Lea liebt die Welt der Farben: „Ich muss fühlen, was ich male“

Die Malerei ist seit Jahren Teil des Lebens von Lea Otter. Die junge Tirolerin – immer begleitet von ihrer Oma – sammelt Motive auf Reisen und Ausflügen in die Natur.

VDMFK-Künstlerin Lea Otter: „Ich will Vorbild sein für alle Menschen mit Beeinträchtigung.“
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Brigitte Warenski

Innsbruck — Lea Otters Start ins Leben vor knapp 20 Jahren war ein harter. Sie kam als Frühchen und spastisch gelähmt auf die Welt. Doch Lea war von Beginn an eine Kämpferin und ist heute eine selbstbewusste junge Frau mit einem klaren Ziel: „Ich will Vorbild sein für alle Menschen mit Beeinträchtigung", erzählt die Tirolerin, die mit ihrem Bruder bei ihrer Oma aufgewachsen ist, wo beide Geschwister heute noch leben.

Das Malen hat Lea schon lange fasziniert, zu Beginn begann sie mit den Fingern zu malen, später mit einem Helm. Für Lea die beste Hilfskonstruktion zu finden, war ein langer Prozess. Letztendlich wurde es eine abnehmbare Spange, an der die Pinsel befestigt werden. „Ich muss fühlen, was ich male und so spüre ich den Druck des Pinsels am besten", zeigt sich die Künstlerin zufrieden.

Lea Otter in ihrem Atelier in Innsbruck. Der Pinsel ist an einer Zahnspange befestigt.
© Foto TT/Rudy De Moor

Ihrem Talent verdankt Lea, dass sie 2014 in die Vereinigung der mund- und fußmalenden Künstler auf der ganzen Welt (VDMFK) aufgenommen wurde. Auch für Oma Maria ein wichtiger Schritt: „Durch das Stipendium der Vereinigung kann Lea sich das Atelier in Innsbruck, die Malutensilien und Lehrer leisten. Auch Internationale Ausstellungen und Workshops werden von der Vereinigung übernommen."

Ihre Motive sammelt sie auf Reisen, auf Ausflügen in die Natur, immer beleitet von ihrer Oma. Die Motive sind vielfältig, Blumen, Landschaften, Bäume, was sich durchzieht, ist die Liebe zu den Farben. „Ich liebe das Bunte", sagt Lea, die sich gerade mit Mathematik abmühen muss, um den Hauptschulabschluss nachzuholen.

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Zuvor geht es aber auf neue Motivsuche, und zwar im Frühling nach Norwegen. Wohin es später beruflich geht, hat Lea bereits entschieden: „Ich möchte Behinderten helfen oder Psychologie studieren."

Eine Auswahl der Bilder, die bis zum 3. Jänner in der Galerie der Zahnarztpraxis "Skydent" zu sehen sind.
© Vanessa Rachlé / TT
"Ich muss fühlen, was ich male und so spüre ich den Druck des Pinsels am besten", so die Künstlerin.
© Vanessa Rachlé / TT
Bild von Lea Otter.
© Vanessa Rachlé / TT

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