Erste Ferienregion im Internet touristisch hinterm Berg

In der Ersten Ferienregion im Zillertal sind zwei Drittel der Beherbergungsbetriebe nicht online buchbar.

Im Feuerwerk in Fügen hielt der TVB Erste Ferienregion seine Vollversammlung ab. Im Bild die Führungsriege mit Obmann Erlebach (3. v. l.).
© Dähling

Von Angela Dähling

Fügen –Die nackten Zahlen von 1,15 Millionen Nächtigungen im Sommer und 1,44 Millionen im Winter klingen beeindruckend. Die Erste Ferienregion im Zillertal ist demnach gut aufgestellt. Nicht zuletzt, weil die Zahlen im Vergleich zu 2016 um fast 60.000 Nächtigungen je Saison angestiegen sind. Doch ein Blick in die Herkunftsmärkte zeigt, dass es besser gehen könnte.

62 Prozent der Gäste im vorderen Zillertal sind Deutsche. Dass davon wiederum der Großteil aus Bayern kommt, schlägt sich negativ in der Aufenthaltsdauer nieder. Denn die Nachbarn aus Bayern bleiben im Schnitt weniger als vier Tage in der Region. „Berliner kommen indes auf fünf bis sechs Tage im Schnitt“, informierte TVB-Obmann Ernst Erlebach.

Über einen Einbruch bei Gästen aus der Schweiz und Italien beschwerte sich bei der Vollversammlung daher ein Hotelier. Darüber, dass sich die Region viel zu billig verkaufe, klagte indes der Fügener Bürgermeister Dominik Mainusch. „Wir haben ein Wertschöpfungsproblem“, sagte er. „Wir sind voll, touristisch am Plafond. Wir müssen die Preise erhöhen, nicht die Menge der Betten oder Nächtigungen“, sagte der Gemeindechef. Südtirol sei hier eine Vorzeigeregion. Aber auch der Achensee mache es besser. Wolfgang Jochner vom TVB-Büro in Kaltenbach und zuständig für die Vermieter-Akademie ließ damit aufhorchen, dass nur 385 der 1217 Unterkünfte online buchbar seien, 832 (68 %) seien es nicht. Viele setzen stattdessen auf Reisebüros. 30 Prozent der Betten stehen in Hotels und hotelähnlichen Betrieben. Doch in der kleinstrukturierten Region seien ca. 80 % der Betriebe Kleinvermieter.

„Wir kommen an booking.com nicht vorbei“, mahnte Jochner. Auf der Homepage des Verbandes und auf zillertal.at würden zusammen weniger Buchungen gezählt als auf booking.com. Jochner appellierte, auch ein bis zwei Nächte buchbar zu machen. Eine Pension, die das ermögliche, sei dadurch auf der TVB-Homepage der am meisten gebuchte Betrieb.


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