ÖGK startet 2020 mit erwartetem Defizit von 175 Millionen

Die neue Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) startet gleich mit einem satten finanziellen Minus. Laut der am Dienstagabend im Überleitungsausschuss vorgelegten Vorschauberechnung wird für 2020 ein Defizit von knapp 175 Millionen Euro erwartet. Das entspricht rund 1,1 Prozent der Gesamtausgaben.

Die ÖGK-Vorschaurechnung für 2020 beruht auf den Ansätzen der neun Gebietskrankenkassen, die übernommen wurden und noch keine positiven Effekte der Fusion vorsehen, erklärte die ÖGK in einer Aussendung. „Der Rucksack, den die ÖGK übernimmt, ist enorm, aber wir werden aus der Stärke heraus die Chance nutzen, das Ruder herumzureißen“, sagte der Vorsitzende des künftigen Verwaltungsrates, Matthias Krenn.

Die neun Gebietskrankenkassen, die nun in der ÖGK aufgehen, hatten zuletzt bessere Ergebnisse erzielt, wenngleich die Tendenz auch schon nach unten ging. So haben alle Krankenkassen insgesamt im Jahr 2018 noch einen Überschuss von 111 Millionen Euro erzielt. Für 2019 wurde nach der letzten Prognose vom 15. November mit einem Defizit von 68 Millionen gerechnet.

Für die rund 7,2 Millionen Versicherten der ÖGK sind für 2020 Gesundheitsleistungen von fast 15,3 Milliarden Euro vorgesehen. Größte Leistungsposition ist die Spitalsfinanzierung für stationäre Behandlungen mit fast 4,5 Milliarden Euro. Dem stehen rund elf Millionen Spitalstage bzw. 1,8 Millionen Spitalsaufenthalte für ÖGK-Versicherte gegenüber. Für „Ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen“ sind rund 3,9 Milliarden Euro veranschlagt. Enthalten sind hier neben den Honoraren für Vertragsärzte auch die verschiedenen Therapeutengruppen und vor allem die Spitalambulanzen. Insgesamt werden hier rund 97 Millionen Kontakte bei Vertragsärzten und Ambulatorien, 1,7 Millionen Therapeutenbehandlungen und 14 Millionen an Ambulanzbesuchen finanziert.

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Knapp über 3 Milliarden Euro sind für Medikamentenausgaben vorgesehen, was rund 88 Millionen Verordnungen entspricht. Weitere größere Leistungspositionen sind Zahnbehandlung und Zahnersatz (ca. 880 Millionen Euro) und das Krankengeld (ebenfalls knapp 880 Millionen Euro). Für Gesundheitsförderung und Vorsorge sind gut 200 Millionen Euro geplant. Der Verwaltungsaufwand wird, wie schon bei den Gebietskrankenkassen, bei sehr niedrigen 2,1 Prozent der Gesamtausgaben liegen.


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