Zirl will weiter keine neuen Schulden machen

„Die angespannte Situation bleibt, dennoch gelingt uns einiges", meint BM Thomas Öfner (Für Zirl) über den Zirler Haushaltsplan für 2020, de...

Beim größten Zirler Kindergartenstandort am Marktplatz sind 2020 Sanierung­s- und Modernisierungsmaßnahmen geplant.
© Domanig

„Die angespannte Situation bleibt, dennoch gelingt uns einiges", meint BM Thomas Öfner (Für Zirl) über den Zirler Haushaltsplan für 2020, den der Gemeinderat mit 12:7 Stimmen abgesegnet hat. Ausdrücklich bedankte sich Öfner bei der Liste „Zukunft Zirl" um Vize-BM Iris Zangerl-Walser, die dem Budget (23,5 Mio. Euro im Finanzierungshaushalt) ebenso wie die FPÖ zustimmte — „und so dafür sorgt, dass Zirl handlungsfähig bleibt".

Zu den geplanten Infrastrukturprojekten zählt ein großes, auf vier Jahre angelegtes Sanierungspaket für die Zirler Sportanlagen (ca. 1,15 Mio. Euro). Hier baut Zirl ebenso auf Fördermittel des Landes wie bei der Sanierung des Kindergartenstandortes am Marktplatz (im Budget sind 117.000 Euro vorgesehen) oder der Sicherstellung der Wasserversorgung in den Weilern Eigenhofen und Dirschenbach: Diese werden mit dem Ortsnetz Zirl zusammengeschlossen (Investitionsvolumen: ca. 260.000 Euro). Beide Ortsteile werden auch mit Glasfaser-Internet versorgt. 160.000 Euro sind für die seit Jahren geforderte Erweiterung und Sanierung der Kompostieranlage vorgesehen.

„Wir kommen ein weiteres Jahr ohne Neuverschuldung aus", betont Öfner, dies sei ein wichtiges Signal für die Budgetkonsolidierung. Mit Ausnahme von Investitionen für das Gewerbegebiet Zirler Wiesen — wo die erste Firma (Swietelsky) bereits baut — hab­e die Marktgemeinde seit 2017 keine neuen Darlehen aufgenommen. Im Bereich Zirler Wiesen zahle man dieser Tage ein 700.000-Euro-Darlehen zurück. „Insgesamt werden wir seit 2016 bis Ende des Rechnungsjahres 2020 ca. 4,4 Mio. Euro an Schulden abgebaut haben."

Gegen das Budget stimmte erneut „Zirl Aktiv": „Man kann auch in einem konservativ kalkulierten Budget Schwerpunkte und Prioritäten setzen", so Vize-BM Victoria Rausch. BM Öfner habe aber „nicht schlüssig erklärt, was er eigentlich umsetzen will". So würden Mittel für die Umsetzung des fertig ausgearbeiteten Mobilitätskonzepts fehlen, ebenso für den Straßenbau. Der Infra­strukturtopf sei generell zu knapp bemessen, geplante Maßnahmen wie die Erneuerung des Hochbehälters Eigen­hofen daher fraglich.

Nein sagten auch die Grünen: GR Alfred Stecher kritisiert „nicht absehbaren Einsparungswillen" und fehlende Bereitschaft, einen Maßnahmenkatalog zur Budgetsanierung zu schnüren. (md)


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