Tbc-Problem: Außerferner Jäger sind über Aussagen der Bauern empört

Der Außerferner Bezirksjägermeister Arnold Klotz stellt in Frage, dass Rotwild das Tbc-Problem verursacht hat, und mutmaßt, dass es vielleicht sogar vom Rind angesteckt wurde.

Bezirksjägermeister Arnold Klotz.
© Mittermayr Helmut

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Der gestrige TT-Artikel über die Außerferner Tbc-Situation bei Rotwild und Rindern hat Bezirksjägermeister Arnold Klotz kurz den Atem geraubt. Das, was die beiden größten Bauern des Bezirkes da gesagt hätten, dürfe nicht unwidersprochen bleiben. „Die Jagd wird hingestellt, als ob wir alleine die Schuld an der Tbc-Problematik tragen würden“, ärgert sich Klotz. Die Lechtaler Landwirte Christian Forstinger und Florian Moosbrugger hatten dem Land gedankt, dass es ein Reduktionsgatter, in dem Rotwild gezielt dezimiert werden kann, in Kaisers einrichtet, da die Jägerschaft den behördlich vorgeschriebenen Abschusszahlen nicht nachkomme. Die Tbc-Übertragung von Rotwild auf Rinder sei weiterhin wahrscheinlich, ein Handeln unausweichlich.

Klotz glaubt, dass die „beiden Herren überhaupt im Namen des Landesveterinärs sprechen“ würden, um die überschießende Reaktion der Behörde in Kaisers zu rechtfertigen. Und meint damit die Einrichtung des Gatters, das Lechtaler Bürgermeister als Tötungsmaschine bezeichnet hatten. „Das Jagen ist kein Wunschkonzert, bei dem Abschusszahlen einfach erfüllt werden können. Der Kaiserer Bürgermeister, ein gelernter Berufsjäger, der von der BH Reutte für jagdliche Ersatzmaßnahmen hinzugezogen wurde, hat es auch erst auf zwölf Stück gebracht.“

Arnold Klotz bezweifelt prinzipiell die Verursacherrolle des Rotwilds. Die Tbc sei ja nicht vom Himmel in den Wald gefallen. Aber Rinder würden in ganz Österreich herumkutschiert. Zudem stellt sich Klotz, selbst auch Landwirt, die Frage, „warum die Bauern ihre Tiere im Sommer eigentlich immer wieder auf dieselben Almen bringen, wenn doch angeblich dort über die Alpung Tbc vom Wild auf Rinder übertragen wird. Das verstehe einer.“ Für ihn hinterfragenswert: Im Bereich Elbigenalp/Bach/Stockach sei die Erfüllung der Abschusszahlen ebenfalls schlecht gewesen, dort gebe es aber keinen einzigen Tbc-Fall bei Rindern mehr. Die Durchseuchung sei null.

Auch Bauern sind für ihn in die Pflicht zu nehmen – etwa wenn ihre Hirten Salzlecken weiterhin im freien Gelände aufstellen, wo Rind wie Wild gemeinsam daran lecken können. Und sich dann noch beratungsresistent geben.


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