Kinder misstrauen Informationen aus dem Internet

Laut einer Studie glauben Kinder bis zum Alter von acht Jahren Informationen eher, wenn sie von Menschen stammen. Volljährige dagegen verlassen sich tendenziell eher auf künstliche Intelligenz als Infoquelle.

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Wuhan – Kinder vertrauen dem Internet und Smart Speakern wie Amazons Alexa weniger als Erwachsenen. Sie glauben Informationen eher, wenn sie von Menschen stammen. Volljährige dagegen verlassen sich eher auf künstliche Intelligenz als Infoquelle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Central China Normal University.

„Das Vertrauen in Künstliche Intelligenz wächst, wenn sie Erwartungen erfüllen kann. Heute müssen sich die Maschinen das Vertrauen noch erarbeiten, doch je mehr positive Erfahrungen Kinder mit ihnen machen, desto schneller passiert das“, so der deutsche Zukunftstechnologie-Experte Sven Göth.

Experiment mit 60 Kindern

Die Forscher haben ein Experiment mit 60 Kindern im Alter zwischen fünf und acht Jahren durchgeführt. Sie stellten ihnen Fragen wie „Wie viele Tage beträgt die Umlaufzeit des Mars?“. Die Kinder mussten ihre eigene Antwort geben, dann bekamen sie eine Antwort sowohl von einem Lehrer als auch eine aus dem Internet. Es zeigte sich, dass die Kinder hauptsächlich dem menschlichen Erwachsenen Glauben schenkten.

Um einen Vergleich anzustellen, führten die Forscher das gleiche Experiment auch bei 30 Studenten im Alter von 20 Jahren durch. Dabei kam heraus, dass die erwachsenen Studienteilnehmer den Aussagen von Lehrern etwa gleich viel Glauben schenken wie Infos aus dem Internet.

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„Körperlosigkeit“ des Internet verwirrend

Laut Judith Danovitch, Koautorin der Studie, ist die „Körperlosigkeit“ des Internets für Kinder bis ins Alter von acht Jahren verwirrend. Sie verstehen noch nicht, woher diese Informationen kommen und sind es eher gewohnt, einem anderen Menschen zu vertrauen. (pte)


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