Russland beschlagnahmte japanische Fischereischiffe

Russland hat fünf japanische Fischereischiffe wegen angeblich zu vieler Tintenfische an Bord vor der Küste der nördlichen Insel Hokkaido beschlagnahmt. Die Fangschiffe seien zu einer von Japan beanspruchten Kurilen-Insel gebracht worden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch unter Berufung auf Regierungsquellen.

Das russische Außenministerium in Moskau bekräftigte, die Schiffe hätten mehr Tintenfische an Bord gehabt, als sie gemäß einem Abkommen hätten fangen dürfen. Es habe Unstimmigkeiten zwischen den realen und den registrierten Fangmengen gegeben, sagte Sprecherin Maria Sacharowa der Agentur Interfax zufolge. Das Abkommen zwischen beiden Regierungen, das etwa Fangquoten regelt, gebe es schon seit 20 Jahren. Immer wieder sei dagegen verstoßen worden, meinte Sacharowa.

Das japanische Außenministerium legte wegen des Vorfalls vom Dienstag Beschwerde in Moskau ein. Am Donnerstag ist ein Treffen des japanischen Außenministers Toshimitsu Motegi mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Moskau geplant.

Die Kurilen liegen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und Hokkaido. Die Inselkette gehört seit Ende des Zweiten Weltkriegs laut internationalem Recht zu Russland als Nachfolger der Siegermacht Sowjetunion. Japan erhebt Anspruch auf die vier südlichen Inseln. Wegen des Streits haben beide Länder bis heute keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

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