Auswanderer: Zillertal für bessere Zukunft verlassen

In der Pension widmete Thomas Leitner sich der Geschichte seiner Vorfahren sowie jener seiner Frau.

Thomas Leitner mit seinen bisher drei im Verlag Edition Tirol erschienenen Büchern.
© Reiter

Fügen –Der Fügener Thomas Leitner (71) teilte mit seinem Urgroßvater das Motto „Hinaus beim Tal“. Alle fünf Kontinente hat er inzwischen bereist. In der Pension widmete er sich nun der Geschichte seiner Vorfahren sowie jener seiner Frau. Drei Bücher sind daraus entstanden. In „Hinaus beim Tal“ lässt er seinen Urgroßvater David Schneeberger, der 1841 geboren wurde und als neuntes von elf Kindern auf einem Bergbauernhof am Brandberg aufwuchs, aus dessen Leben erzählen. Mit 30 Jahren wanderte David aus wirtschaftlichen Gründen nach Nordamerika aus und kehrte 1900 mit der Familie seiner Tochter Christina ins Zillertal zurück. Es ist eine bewegte und bewegende Geschichte, in die Thomas Leitner Einblicke gibt und die zeigt, dass viele Zillertaler den Mut aufbrachten und sich auf der Suche nach einem besseren Leben in eine ungewisse Zukunft wagten.

In seinen „Familiengeschichten“ geht es um die Vorfahren seiner Frau, die als Zillertaler Nationalsänger (Ur-Rainer), Handschuhhändler und Amerikawanderer im 19. Jahrhundert das Tal verließen, um sich damit ihr Brot zu verdienen. Anhand dreier Familien thematisiert Thomas Leitner das Leben der bäuerlichen Gesellschaft im Zillertal des 19. Jahrhunderts. Das Buch basiert auf Tauf-, Trau- und Sterbeurkunden, auf Schiffspassagierlisten und diversen Dokumenten US-amerikanischer Stellen.

In „Drei Berge“ beschreibt der Autor schließlich die Lebenserinnerungen der 1819 im Ramsauer Ortsteil Bichl geborenen Therese Hechenleitner. 1837 verließ sie mit ihren Eltern und Geschwistern, vielen Angehörigen und über 400 weiteren „Lutherischen“ die Tiroler Heimat. Im schlesischen Hirschberger-Tal fanden Therese und die Ihren ein neues Zuhause. 1845 heiratete sie den aus Brandberg stammenden Jakob Klocker, mit dem sie sechs Kinder hatte. 1860 wanderten die Klocker nach Südamerika aus, wo sie sich am See Llanquihue im Süden von Chile als Bauern niederließen. Drei Berge – der Tristner im Zillertal, die Schneekoppe in Schlesien und der Osorno in Südamerika – prägten das Leben der Therese Klocker-Hechenleitner. (TT)

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