„Clasico“ Barcelona - Real Madrid endete torlos

Die Partie im Camp Nou verlief über weite Strecken ausgeglichen und hatte trotz hohen Tempos nicht allzu viele Topchancen zu bieten. Vor dem Stadion kam es zu massiven Protesten.

In der 31. Minute verhinderte Sergio Ramos bei einem Schuss von Lionel Messi knapp vor der Torlinie einen Treffer für Barcelona.
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Barcelona – Das Duell der beiden großen spanischen Fußball-Rivalen FC Barcelona und Real Madrid hat am Mittwoch torlos geendet. Durch das 0:0 im Camp Nou in einem „Clasico“ der schwächeren Sorte liegen die Katalanen weiterhin aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem Rekordmeister an der Tabellenspitze.

Die Partie verlief über weite Strecken ausgeglichen und hatte trotz hohen Tempos nicht allzu viele Topchancen zu bieten. In der 17. Minute rettete Gerard Pique bei einem Kopfball von Karim Benzema auf der Linie, 14 Minuten später verhinderte Sergio Ramos auf der Gegenseite bei einem Schuss von Lionel Messi knapp vor der Torlinie einen Gegentreffer für Real. In der 72. Minute wurde ein Tor der Gäste durch Gareth Bale nach Rücksprache mit dem Videoassistenten wegen einer Abseitsstellung von Assistgeber Ferland Mendy aberkannt.

Die Partie war aufgrund von Protesten katalanischer Separatisten unter großen Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne gegangen. Während der Spiels vor über 93.000 Zuschauern gab es im Stadioninneren keine Randale, nach etwa 55 Minuten musste allerdings für rund eine Minute unterbrochen worden, weil aus Protest gegen die spanische Staatsmacht Plastikbälle auf den Rasen geworfen wurden.

Tausende bei Prostesten vor dem Stadion

Tausende Unabhängigkeitsbefürworter haben das Spitzenspiel zwischen den Erzrivalen Real Madrid und FC Barcelona in der katalanischen Hauptstadt Barcelona genutzt, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Vor dem Spiel legten sie den Verkehr rund um das Fußballstadion Camp Nou lahm. Im Stadion schwenkten sie katalanische Fahnen.

Nach der Partie gab es vor dem Stadion Zusammenstöße mit der Polizei. Die katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter der Bewegung Demokratischer Tsunami hatten zu der Demonstration aufgerufen. Im Internet kündigte die Bewegung, deren Anführer unbekannt sind, eine Aktion im Stadion unter ihrem Dialog-Motto „Spanien, sitz und rede“ an - entsprechende Banner wurden dann während des Spiels hochgehalten.

Wegen massiver, teils gewaltsamer Proteste von katalanischen Unabhängigkeitsbefürwortern war das Spitzenspiel bereits am 26. Oktober abgesagt und auf diesen Mittwoch verlegt worden. Am Abend wurden bei den Zusammenstößen mit der Polizei nach Angaben von Rettungskräften mindestens zwölf Menschen verletzt. Hunderte Vermummte setzten Mülltonnen in Brand und schleuderten Steine und Flaschen in Richtung der Beamten.

Die Bewegung Demokratischer Tsunami fordert ein zweites Unabhängigkeitsreferendum, was die spanische Zentralregierung in Madrid ablehnt. Rund ums Stadion herrschte zunächst Party-Atmosphäre mit Gesängen und Parolen. Blaue Banderolen mit dem Slogan des Demokratischen Tsunami – „Freiheit, Rechte, Selbstbestimmung“ – wurden verteilt. Hunderte Polizisten waren im Einsatz, um das Spiel zu sichern. (APA)


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