Bis dass der Tod uns scheidet: Ein Unlustspiel im Bogentheater

Das neue Stück „Rauchzeichen“ hat Matthias Baltauf in dichter Sprache speziell für die Theatergruppe „innversion“ geschrieben.

Barfuß im Garten Eden arbeiten: Paul (Lucas Lazarus) und Eva (Lisa Michell­e Koller).
© Andrea Weber

Innsbruck –Das Bogentheater schien in Flammen zu stehen. Nicht eine Zigarette rauchte, sondern eine Nebelmaschin­e. Das neue Stück „Rauch­zeichen“ hat Matthias Baltauf in dichter Sprache speziell für die Theatergruppe „inn­version“ geschrieben. Was das Rauchen mit einer Dreiecksbeziehung zu tun hat, konnte am Mittwoch zum vorletzten Mal gelernt werden.

Schriftsteller Paul und seine Ehefrau Eva leben eine strukturierte Lebensgemeinschaft mit traditioneller Rollenverteilung. Er „arbeitet“ an einem Kriminalroman, sie kümmert sich um ihn. Dann schlägt Marianne in die Ehe ein, wie ein Nichtraucherschutzgesetz in die österreichische Politik. Sie hinterfragt festgefahrene Verhaltensmuster. Schließlich verbringen sie eine Nacht zu dritt, in buntem Stroboskop- licht. Das Ende der Monogamie ist erreicht, das Haus rauchfrei, das ist Paul zu viel, der kurzerhand auszieht. Der Abschiedsbrief verrät nur „dass es sich mit der Liebe so verhält wie mit dem Rauchen. Es ist ein ständiger Austausch. Es ist ständige Sehnsucht. Es ist ein sich stets erneuerndes Verlangen. Aber am Ende weiß man nicht, wer wen verbraucht hat.“ Stoff zum Denken, auch über das Stück hinaus. (lg)

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