Thermosflaschen im Test: Drei Produkte undicht

Gerade in der kalten Jahreszeit erweisen sich Thermosflaschen als nützliche Begleiter, sofern sie dicht sind und die Temperatur des Inhalts zu halten vermögen. Ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) offenbarte jedoch, dass drei erhältliche Isolierflaschen undicht sind. Mehrere weitere Flaschen halten die Temperatur ihres Inhalts nur wenig zufriedenstellend warm.

Die Konsumentenschützer testeten insgesamt 17 vakuumisolierte Thermosflaschen aus Edelstahl mit einem Volumen von einem halben bis einem Liter und Preisen zwischen zehn und 55 Euro. Dabei wurde auf Verschlussdichtheit, Temperaturhaltevermögen, aber auch Konstruktion und Handhabung geachtet. Elf Flaschen erreichten die Bewertung „gut“. Zwei Behältnisse schnitten durchschnittlich ab. Die verbleibenden vier Thermosflaschen wurden mit „wenig zufriedenstellend“ beurteilt.

Dabei zeigte sich, dass der Preis der Flasche nicht unbedingt auf gute Qualität schließen lässt. Auch wenn der Testsieger „Classic Bottle Medium“ von Stanley mit 45 Euro eher teuer ist, wurden drei der günstigsten getesteten Produkte mit 13 Euro - „VOLYM“ von Ikea, „Isolierflasche“ von Decathlon und „Isolierkanne“ von Butlers - ebenfalls mit „gut“ bewertet. Auf dem zweiten Rang landete das Modell „H & C Stuff“ von Tatonka um 26 Euro. Die teuerste Isolierflasche, das Modell „Insulated Classic“ von Klean Kanteen, landete dagegen auf dem vorletzten Platz.

Um zu überprüfen, ob die Behältnisse dicht halten, wurden sie für zehn Minuten auf den Kopf gestellt. Dabei zeigte sich, dass die Flaschen von Leiner, Klean Kanteen und Jack Wolfskin undicht sind. Weitere vier Flaschen - jene von Butlers, Thermos, Decathlon und Ikea - zeigten nach 600-maligem Öffnen und Schließen zumindest leichte Schwächen bei der Dichtung.

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Für die Überprüfung der Hauptfunktion, dem Temperaturhaltevermögen, wurden die Testflaschen jeweils mit heißem und kaltem Wasser, sowohl ganz als auch halbvoll gefüllt. Dann wurde die Wassertemperatur nach sechs, zwölf und 24 Stunden gemessen. Keine der getesteten Flaschen konnte die Temperatur ihres Inhalts sehr zufriedenstellend halten. Immerhin gut schnitten bei diesem Test sechs Flaschen ab - jene von Stanley, Tatonka, Primus, Ikea, Jack Wolfskin und Klean Kanteen. Besonders negativ fiel den Konsumentenschützern in dieser Hinsicht die Thermosflasche von Flsk auf. „Während die meisten Modelle voll befüllt in der Lage sind, die Flüssigkeit sechs Stunden bei über 80 Grad Celsius zu halten, ließ die Flasche von Flsk die Temperatur auf 39 Grad Celsius abfallen. Nach 24 Stunden wurden bei ihr nur noch 21 Grad Celsius gemessen, bei vielen Mitbewerbern immerhin noch 60 Grad Celsius“, ist dem Testbericht zu entnehmen.

Die Qualität einer Isolierflasche sei vor dem Kauf schwer einschätzbar, zog der VKI als Fazit. Die Konsumentenschützer empfehlen deshalb vor dem Kauf auf praxistaugliche Eigenschaften der Thermoskannen zu achten. Ob die Produkte in den Geschirrspüler dürfen, sie einen Trinkbecher und eine ausreichend große Einfüllöffnung aufweisen, sei nämlich auch im Geschäft eruierbar.

Um eine erworbene Thermosflasche möglichst lange fit zu halten, empfiehlt Christian Kornherr, Leiter des Bereichs Untersuchung im VKI, die Isolierbehälter nicht sofort zu verschließen, sofern sehr heiße Flüssigkeiten eingefüllt wurden. „Wird ein Isolierbehälter sehr heiß befüllt und anschließend sofort verschlossen, erwärmt sich die Luft im Behälter und es entsteht ein Überdruck im Inneren. Besser ist es daher, nach dem Befüllen noch ein bis zwei Minuten mit dem Verschließen zu warten“, erklärte Kornherr. Um Mikroorganismen vorzubeugen, sei eine regelmäßige, gründliche Reinigung unumgänglich. Dafür eigne sich Gebissreiniger, aber auch Backpulver, empfahl der Untersuchungsleiter des VKI.


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