Nach Unfall: Ruf nach 30er-Zone in Kufstein wieder lauter

Anrainer rund um die BH Kufstein beschweren sich über Raser. Schon 2013 forderte man die Gemeinde zum Handeln auf – ohne Erfolg.

Auf diesem Schutzweg wurde am Mittwochnachmittag ein sechsjähriger Junge von einer Pkw-Lenkerin erfasst und schwer verletzt.
© Hrdina

Von Jasmine Hrdina

Kufstein –Noch steht zwar nicht fest, wie es zu dem Unfall am Mittwochnachmittag in Kufstein kam, bei dem ein sechsjähriger Bub samt Tretroller am Schutzweg von einem Pkw erfasst wurde. Die Debatte darüber, wie sicher Kufsteins Straßen sind, entflammt aber bereits – wieder. Bereits 2013 hatten Anrainer im Viertel rund um die Bezirkshauptmannschaft gefordert, man möge die erlaubte Maximalgeschwindigkeit auf diesen Straßenzügen mit 30 km/h beschränken. 200 Unterschriften verliehen dem Wunsch Gewicht, doch die Gemeinde winkte ab. Man habe sich die Situation mit der Polizei angeschaut, dass es sich um eine Raserstrecke handle, bestätigte sich damals aber nicht, erklärt Bürgermeister Martin Krumschnabel. „Damals gab es faktisch keine Überschreitungen der Geschwindigkeitsgrenze.“ In Kufstein liegt diese im Stadtgebiet bei 40 km/h, teilweise sind Bereiche im angesprochenen Viertel bereits mit 30 km/h limitiert.

Das Problem habe sich aber in den vergangenen Jahren mit dem zunehmenden Verkehr verstärkt, schildern Anrainer im Gespräch mit der TT. Wenn es auf der Salurner Straße wieder einmal staut, werden die Wege rund um die Riedelglashütte und die Bezirkshauptmannschaft gerne als Umfahrung genutzt. „Die rauschen die Straßen hinauf und hinunter, das ist nicht mehr normal“, wird der Ruf nach einer 30er-Zone samt Radarkontrollen wieder laut.

Ob die Geschwindigkeit beim Unfall vom Mittwoch überhaupt eine Rolle spielte, steht noch nicht fest. Gemeinde und Polizei nehmen den Vorfall aber nun zum Anlass, die Kreuzung Josef-Egger-­Straße/Maximilianstraße noch einmal unter die Lupe zu nehmen.

BM Krumschnabel wolle dem Verkehrsausschuss auch den Vorschlag der Anrainer noch einmal ans Herz legen: „Sollte ein Gutachten den Bedarf bestätigen, bin ich der Letzte, der gegen einen generellen 30er in ganz Kufstein ist.“ Der Gemeindechef selbst fahre die Strecke „seit 20 Jahren täglich“, Verkehrssünder habe er allerdings so gut wie nie wahrgenommen.

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Der Anrainer und pensionierte Arzt Werner Moll appelliert indes auch an die Eltern: „Es ist wichtig, den Kindern beizubringen, dass man auch an Schutzwegen stehen bleibt, Blickkontakt mit den Autofahrern aufnimmt, und nicht einfach losrennt.“


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