Hauptverhandlung um Journalistenmord in Slowakei im Jänner

Unter großer Aufmerksamkeit internationaler Medien und strengen Sicherheitsmaßnahmen hat am Donnerstag der Gerichtsprozess im Mordfall Jan Kuciak begonnen. Der Mord an dem Investigativjournalisten und seiner Verlobten im Februar 2018 überschattet bis heute die Politik der Slowakei. Die Hauptverhandlung wird am 13. Jänner 2020 beginnen, die Anklage wurde am Donnerstag angenommen.

Den Termin für die Hauptverhandlung setzte das für Organisierte Kriminalität zuständige Strafgericht in Pezinok bei Bratislava zum Abschluss der Vorverhandlung der Anklageschrift am Donnerstag fest.

Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Der 27-jährige Kuciak hatte zuvor über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert. Der Unternehmer Marian K. muss sich als mutmaßlicher Auftraggeber und drei mutmaßliche Organisatoren und Ausführende des Doppelmordes verantworten.

Jan Kuciak und Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Der 27-jährige Kuciak hatte zuvor über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert. Seine erst nach dem Mord veröffentlichte Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Förderungen aus. Daraufhin traten Langzeit-Regierungschef Robert Fico sowie mehrere Minister und der Polizeipräsident zurück.

Kuciak hatte vor seiner Ermordung auch ausführlich über die undurchsichtigen Geschäfte des Millionärs Marian K. geschrieben. Im Zuge der Ermittlungen des Mordfalls wurde inzwischen enthüllt, dass K. offenbar ein Korruptionsnetz geknüpft hatte, über das er Richter, Staatsanwälte und Politiker beeinflusste. Dadurch konnte er seit Jahren erreichen, dass seine Betrugsfälle ungesühnt blieben.

Zudem ließ K. Journalisten bespitzeln, die kritisch über ihn berichteten. Zu den bespitzelten Journalisten gehörte auch Jan Kuciak. Die Informationen, die K. über ihn vermutlich auch von bestochenen Polizisten sammeln ließ, könnten am Ende auch bei der Vorbereitung des Mordplans verwendet worden sein.


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