Große Betroffenheit nach Unfall mit Kind (6) in Kufstein

Der Sechsjährige, der am Mittwoch in Kufstein angefahren wurde, liegt weiter auf der Intensivstation. Experten fordern mehr Vorsicht.

Der Sechsjährige querte auf seinem Roller auf einem Schutzweg die Straße (Symbolfoto), als er von einem Auto erfasst und rund 15 Meter mitgeschleift wurde. Er erlitt schwere Verletzungen.
© TT/Rudy De Moor

Kufstein — Schon wieder ein schwerer Verkehrsunfall, erneut ist ein Kind das Opfer. Am Mittwoch wurde in Kufstein ein Sechsjähriger auf seinem Roller von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Es war bereits der vierte Unfall mit Beteiligung eines Kindes binnen weniger Tage in Tirol. So verunglückte vergangene Woche ein Elfjähriger in Oberau auf einem Schutzweg tödlich, eine Siebenjährige wurde in Münster von einem Auto erfasst und verletzt. In Seefeld wurde ein 10-Jähriger verletzt, nachdem ein Bus ihn angefahren hatte. Verkehrsexperten betonen, wie wichtig die Sichtbarkeit von Kindern im Straßenverkehr ist.

Der Sechsjährige in Kufstein wurde mehrere Meter mitgeschleift und wurde, wie berichtet, mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Innsbrucker Klinik gebracht. Er liegt derzeit noch auf der Intensivstation. Die Fahrzeuglenkerin (46) wurde gestern Nachmittag einvernommen. Auch das Ergebnis der Auswertung des Handys der Frau, das auf Anordnung der Staatsanwaltschaft konfisziert wurde, steht laut Polizei noch aus. Der genaue Unfallhergang bleibt vorerst unklar.

Sichtbarkeit kann Leben retten

Es war der aktuellste in einer Reihe von schweren Verkehrsunfällen, bei denen Kinder involviert waren. Meist geschahen diese während der Dämmerung. Erst vor einer Woche ist ein Elfjähriger in der Wildschönau in den Morgenstunden zwischen zwei Autos eingeklemmt und dabei getötet worden. Verkehrsexperten fordern deshalb wiederholt mehr Vorsicht und Umsicht — auch von den Fußgängern.

Ein dunkel gekleideter Fußgänger werde in den Morgen- oder Abendstunden oft erst aus etwa 20 bis 30 Metern erkannt, warnt etwa das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Wer helle Kleidung oder Reflektoren trägt, werde dagegen bereits aus einer Entfernung von 150 Metern von Autofahrern wahrgenommen, das Unfallrisiko könne dadurch um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Fahrzeuglenker sollten hingegen vor allem nach Einbruch der Dämmerung und rund um Schulen oder Märkte besonders aufmerksam sein.

„Die Unfallgefahr steigt im Winter durch schlechte Sicht, Nebel, Schnee, Dunkelheit an", sagt Karl Mark, Präsident des Vereins Sicheres Tirol. Auch Gehsteige oder Zebrastreifen seien keine Garantie für Sicherheit. Daher appelliert er an Eltern, Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen: „Ziehen Sie den Kindern helle, reflektierende Kleidung oder die gelben Sicherheitswesten an." Diese werden vom Verein jedes Jahr in Tiroler Volksschulen verteilt. (TT)


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