Jansrud-Bestzeit im Gröden-Training - Franz Elfter

In Gröden ist doch ein Abfahrtstraining durchgebracht worden. Wie am Vortag erhofft, lockerten die Wolken am Donnerstagvormittag etwas auf und ermöglichten den Alpin-Rennläufern eine Fahrt vom Reservestart. Die Zeit von Kjetil Jansrud auf der um die erste Kurve verkürzten Strecke betrug 1:50,27 Minuten. Bester Österreicher war 2016-Sieger Max Franz als Elfter.

Der Norweger Jansrud war vor seinem Landsmann Aleksander Aamodt Kilde (+0,35 Sek.), der sich auf seiner risikoreichen Fahrt allerdings nicht an den vorgegebenen Kurs hielt und mehrmals einen Sturz vermied, der Schnellste. Auf die weiteren Plätze kamen der Franzose Johan Clarey (+0,70), der Südtiroler Lokalmatador Dominik Paris (0,78) und der US-Amerikaner Bryce Bennett (0,88). Glück hatte auch dessen Landsmann Steven Nyman: Der dreifache Gröden-Sieger hielt sich vor dem Zielstück einige Meter mit Akrobatik rückwärtsfahrend auf der Piste.

Die Österreicher verausgabten sich bei teils schlechter Bodensicht nicht. Hinter Franz (1,53) landete Vincent Kriechmayr (2,05) auf Platz 19, Christopher Neumayer (2,11) war 22. Otmar Striedinger (2,56) kam mit Torfehler auf den 31. Platz, Christian Walder (2,59) reihte sich als 33. ein. Matthias Mayer deckte seine Karten ebenfalls nicht auf, der Doppel-Olympiasieger war 38., ex aequo mit Daniel Danklmaier (beide 2,77). Platz 40 gehörte Routinier Hannes Reichelt (2,83), der zuletzt mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatte.

Die Piste war laut den Sportlern trotz der hohen Temperaturen in einem guten Zustand, die Geschwindigkeit hoch. Kritisiert wurde der teils hohe Luftstand bei den Sprüngen und eben die Sicht. Das Training am Mittwoch war wegen Nebels abgesagt worden. Am Freitag soll auf der Saslong-Rennstrecke der Super-G (11.45 Uhr/live ORF1) gefahren werden, am Samstag zur gleichen Zeit der Abfahrtsklassiker.

„Ich muss sagen, es hat heute jetzt nicht unbedingt Spaß gemacht“, kommentierte Max Franz, der vor drei Jahren die Abfahrt gewonnen hatte. Bei den Sprüngen habe man nicht sehen können, wann man wieder aufkomme. „Meiner Meinung nach gehören die Sprünge etwas weggenommen. Wenn jetzt da Sonnenschein wäre, geht es noch ein bissl weiter. Das muss nicht unbedingt sein. Weit springen können wir, aber die Klatscher müssen nicht sein.“

Laut Kriechmayr wurde von den Pistenarbeitern „das Maximum herausgeholt“. Das Tempo „war sehr hoch, das habe ich aber auch genau so eingeschätzt. Die Sicht war schlecht“, meinte der Oberösterreicher. „Der Zielsprung geht doch einige Meter, genau so ist es bei den Kamelbuckeln. Es ist sehr fordernd. Wenn man dann nichts sieht, macht es das natürlich schwieriger.“

Er habe demgemäß nicht alles riskiert. „Mein Ziel war, dass ich herunten stehe, weil es doch sehr schwer war. Ich wollte jetzt nichts riskieren, vor allem weil es am Samstag dann sowieso ganz anders ist“, erläuterte Kriechmayr. Der Wetterbericht sagt für die kommenden Tage zuerst Regen, dann Neuschnee vorher. „Ich hoffe, dass die Geschwindigkeit am Samstag etwas niedriger ist, dann kann man natürlich noch viel mehr riskieren.“

Auch Mayer gab nicht sein letztes Hemd. „Gerade über die Kamelbuckeln habe ich sicher nicht die kleinste Position genommen“, berichtete der Kärntner, der sich 2015 bei einem Sturz an dieser Schlüsselstelle Wirbelbrüche zugezogen hatte. „In erster Linie ist es die Sicht, die es schwer macht“, erklärte er.

„Es verschlägt dir die Skier einfach unter dem Körper mehr. Du kannst dich auf das nicht einstellen, es passiert dir einfach.“ Die Luftstände bei den Sprüngen seien teilweise zu hoch. „Es geht nicht um die Länge vom Sprung, sondern einfach um die Höhe, die man runterklatscht. Da kann man auf jeden Fall noch was machen“, appellierte er an die Verantwortlichen.


Kommentieren