Mazda CX-30: In die Höhe zieht es den Spätberufenen

Mit Vorwitz, Gewitztheit und Gelassenheit bedient Mazda die nach Sport Utility Vehicles gierende Kundschaft: Der kompakte CX-30 erfreut das Auge, übt sich in Spritzurückhaltung und betont den Komfort.

Robuste SUV-Optik trifft auf coupéförmige Karosserie, basierend auf einer Kompaktwagenplattform: CX-30.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

St. Anton –Während das Gros der Hersteller schon mit Dutzendware im SUV-Metier unterwegs ist, überlegt sich Mazda die Einführung von Produktneuheiten ganz genau. Mit dem CX-5 und dem CX-3 sind die Japaner hier schon länger präsent – seit einigen Wochen erfüllt der sich dazwischen ansiedelnde, 4,4 Meter lange CX-30 Mobilitätswünsche, verbunden mit einer hohen Sitzposition, einem alltagstauglichen Allradantrieb (optional) und einem schwungvollen Design. Während andere Anbieter in dieser Klasse aber gerne mit sportlichen Aggregaten die Klientel bei Laune zu halten versuchen, bleibt Mazda vernünftig: Die Aggregate müssen sich beim Treibstoffkonsum bescheiden zeigen, ebenso beim Schadstoffausstoß.

Und dabei beschreiten Asiaten Wege, die hierzulande vor einigen Jahren kaum Akzeptanz gefunden hätten: die Verwendung eines Vierzylinder-Benzinaggregates, den Verzicht auf Turbolader und die Verbindung mit einem Allradantrieb. Schon der Blick aufs Datenblatt hätte für Schrecken gesorgt, etwa die Gegenüberstellung des maximalen Drehmoments von 213 Newtonmetern und des Eigenwichts von mehr als 1,5 Tonnen. Ein 122-PS-Ottomotor für ein dynamisch gezeichnetes, kompaktes SUV-Coupé – funktioniert das?

Und wie! Dabei ist situationsgerechtes Schalten erforderlich, ebenso die Bereitschaft, den Drehzahlmesser nicht zu schonen, sondern ihn beherzt aus dem Drehzahlkeller zu jagen, wenn etwa eine steile Passstraße oder ein Überholvorgang dies verlangen. Insofern ist es beachtlich, dass die Allradversion des 122 PS starken CX-30 lediglich 11,1 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h benötigt – und im TT-Test nur etwas mehr als sieben Liter Treibstoff je 100 Kilometer trotz hohem Autobahn- und Gebirgsstraßenanteil in Anspruch nimmt.

Auffällig thront der Bildschirm auf der Mittelkonsole.
© Höscheler

Für das Produkt sprechen – abseits der attraktiven Formensprache – das ausreichend komfortable Fahrwerk, die direkt ansprechende Lenkung, die knackige Sechsgang-Handschaltung und das außergewöhnlich hohe Ausstattungsniveau. Denn mit Comfort+ rollt der CX-30 nicht nur auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern, sondern bezirzt auch mit einem beheizbaren Lederlenkrad, einer Einparkhilfe vorne, einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik, einem Navigationssystem, einem 8,8-Zoll-Farbdisplay, einem hochwertigen Head-up-Display und beheizbaren Vordersitzen.

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Der Testwagen war außerdem noch mit einer Reihe von Optionspaketen bestückt, die beispielsweise ein Bose-Soundsystem mit 12 Lautsprechern, adaptive LED-Matrix-Scheinwerfer, einen Querverkehrswarner vorne und einen 360-Grad-Umgebungs-Monitor inkludieren. Dafür verlangt der Händler kompetitive 35.170 Euro.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1998 ccm

Drehmoment: 213 Nm bei 4000 U/min

Leistung: 90 kW/122 PS/L/B/H: 4395/1795/1540 mm

Gewicht: 1553/1995 kg

Kofferraumvolumen: 430 — 1406 l

Tankinhalt: 48 l

Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h

0 — 100 km/h: 11,1 Sekunden

Verbrauch: 7,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 35.170 Euro

CO2-Emission: 121 g/km


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