US-Radiomoderator wünschte sich „nette Schulschießerei“ statt Trump-Berichte

Ein konservativer Radiomoderator sorgt in den USA für wütende Reaktionen. Der Mann wünschte sich während einer Live-Sendung eine „nette Schießerei an einer Schule“, um nicht mehr über das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump berichten zu müssen. Nach einer Welle der Empörung reagierte der Sender.

Der rechtslastige Radiosender sieht sich selbst als Unterstützer Donald Trumps.
© AFP/Smialowski

Denver — Gemeinsam mit seiner Ehefrau Julie Hayden stand Chuck Boniwell täglich unter der Woche für mehre Stunden vor dem Mikro. Die beiden betreuten eine konservative Talkshow. Damit ist ab jetzt Schluss. Denn ein folgenschwerer Satz sorgte dafür, dass die beiden hochkant rausgeworfen wurden.

„Nun gut, hier sind Chuck Bonniwell und Julia Hayden, ein bisschen nach 1.30 Uhr. Wir unterhalten uns über das nie endende Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump", sagte Bonniwell. „Ja, da wünscht man sich eine nette Schießerei an einer Schule, um das Monopol..."

Durch die Sätze ihres Mannes alarmiert unterbrach ihn seine Ehefrau prompt. „Nein nein, nicht einmal das. Sag das nicht. Rufen Sie uns nicht an. Chuck hat das nicht gesagt". „...wo niemand zu Schaden kommen soll", versuchte Bonniwell seinen Wunsch noch abzuschwächen. Aber da war es bereits zu spät. Der Kommentar sorgte für einen Sturm der Entrüstung, der den Sender KNUS dazu veranlasste, die Show der beiden aus dem Programm zu nehmen.

In einem Interview mit der New York Times bereute Bonniwell den Kommentar und versuchte ihn zu erklären. „Wir sind seit vielen Jahren im Radio tätig. Man sagt viele kontroversielle Dinge. Natürlich rechnet man nicht damit, dass manches davon das Ende für deine Show bedeutet. Man kann nicht 15 Stunden lang versuchen provokant und lustig zu sein und nicht irgendetwas dabei zu sagen, was man bereut."

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

In einem Statement auf Facebook schrieben die beiden, sie hätten bereits über viele Amokläufe an Schulen berichtet. „Gewalt sorgt für zu viel Schmerz bei Opfern und deren Familien und wir haben wahrlich nicht im Sinn gehabt, diesen noch zu verstärken".

Der Sender machte demnach bereits im vergangenen Monat Schlagzeilen, als er einen Radiomoderator während der laufenden Sendung feuerte, weil dieser US-Präsident Donald Trump kritisierte. Der Sender habe demnach zu verstehen gegeben, zu „hundert Prozent" hinter Trump zu stehen. Ersetzen wird die Show des Paares nun die Sendung eines stark rechtslastigen Moderators, der für kurze Zeit Berater Trumps war.

In den USA kommt es regelmäßig zu Amokläufen, besonders auch an Schulen. Seit vielen Jahren wird darüber debattiert, die Waffengesetze zu verschärfen. Dahingehende Pläne scheitern jedoch ebenso regelmäßig am Widerstand der Republikaner im Kongress. (mats)


Kommentieren


Schlagworte