Förderung für Wirtschaft als Zankapfel in Wörgl

Mit einem knapp 38 Mio. Euro schweren Budgetplan startet Wörgl ins neue Jahr. Diskussionen gibt es rund um das Stadtmarketing.

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Von Jasmine Hrdina

Wörgl –Traditionen lässt man zu Weihnachten besonders gerne hochleben, und daran hält sich auch der Wörgler Gemeinderat. Für die Grünen ist es nämlich fast schon Brauch – wie sie selber sagen – dem Jahresbudgetvorschlag nicht zuzustimmen. Und so gab es auch heuer zweimal „Nein“.

Gründe dafür fand GR Richard Götz im Haushaltsvoranschlag: Die Verwendung der Straßenmillion sei intransparent und bestehe „nur aus Überschriften“. Außerdem vermisste er einige wichtige Umsetzungen im Bereich Straßen- und Wegesanierung. Auch die Finanzierung des Stadtmarketings ist ihm ein Dorn im Auge. Die Wirtschaft müsse sich mit einer Abgabe beteiligen, fordert die Fraktion seit Jahren.

Mit der Diskussion, die eine andere Fraktion im Anschluss aufbrachte, dürfte sich dieses Ansinnen mehr oder minder erledigt haben. Das Budget für das hauseigene Stadtmagazin soll nämlich mit 20.000 Euro aus dem Wirtschaftsfördertopf gespeist werden. GR Hubert Mosser (Bürgerliste Wörgler Volkspartei) ortete darin eine Reduktion der Wirtschaftsförderung auf Kosten der Unternehmer. Dem hielt Bürgermeisterin Hedi Wechner (Liste Hedi Wechner) mit dem Argument entgegen, das Magazin selbst sei als indirekte Wirtschaftsförderung gedacht. Immerhin würden Wörgler Unternehmer mit der Berichterstattung unterstützt, man erreiche damit 24.000 Haushalte.

Um die Kosten dafür zu schmälern, müsste man die Anzahl der Seiten im Magazin reduzieren, „das wäre aber auch für die Firmen ein Nachteil, weil sie dann nicht mehr so präsent wären“, meinte Wechner.

Mehr Redebedarf gab es zum Thema Stadtfinanzen nicht. Dies dürfte der Umstellung bei den Berechnungen der Gemeindebudgets geschuldet sein. Bekanntermaßen sind die Zahlen mit jenen der vergangenen Jahre nicht mehr vergleichbar. Der neue „Vermögenshaushalt“ entspricht am ehesten einer Bilanz, kann jedoch erst gegen Ende des ersten Quartals erstellt werden. Insgesamt wurden 37,8 Mio. Euro für 2020 verplant. Finanziert werden damit etwa Grundankäufe im Straßenbereich, eine weitere Straßenmillion und diverse Gestaltungen in den Kindergärten. Wie berichtet, wird auch das Stadtamt um vier Büros und einen Sitzungssaal erweitert, dafür erwirbt die Gemeinde eine angrenzende Wohnung im Gebäudekomplex. Am Friedhof soll der Platz für Urnengräber erweitert werden, für das Bildungs-Projekt der „Währungsdesign-Akademie“ soll nächstes Jahr der Startschuss fallen.

Der Budgetplan wurde letztlich mit 19 positiven Stimmen und zwei grünen Absagen mehrheitlich angenommen.


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