Zwei australische Feuerwehrleute ums Leben gekommen

Im Kampf gegen die verheerenden Buschbrände in Australien sind zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Bei ihrem Einsatz in Buxton rund hundert Kilometer südwestlich der Metropole Sydney war ihr Fahrzeug am Donnerstag gegen einen Baum gefahren, wie die Feuerwehr des Bundesstaates New South Wales mitteilte. Drei weitere Feuerwehrleute wurden bei dem Unfall verletzt.

Premierminister Scott Morrison würdigte die Todesopfer für ihren „tapferen“ und „beispiellosen“ Einsatz. Sie ragten dadurch „für immer unter den mutigsten Australiern heraus“, erklärte er.

Zugleich hat Morrison nach heftiger Kritik an seiner Abwesenheit während der Brände in seiner Heimat seinen Urlaub auf Hawaii abgebrochen. Sollten sich die von den Bränden Betroffenen durch seine Reise angegriffen fühlen, bedaure er dies „zutiefst“, erklärte Morrison. Nach dem Tod zweier Feuerwehrleute werde er so schnell wie möglich zurückkehren, fügte er hinzu.

Morrisons Abwesenheit war heftig kritisiert worden und löste Proteste sowie eine Flut wütender Kommentare unter dem Hashtag #WhereIsScomo (zu deutsch: Wo ist Scott Morrison?) in Onlinenetzwerken aus. Der Druck auf den Premier erhöhte sich noch, als dessen Büro sich zunächst weigerte, seinen Aufenthaltsort preiszugeben.

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„Wir sehen einen absoluten Mangel an Führungsstärke dieser Regierung, und es ist eine Schande“, sagte Leighton Drury, Vorsitzender einer Feuerwehrgewerkschaft. „Wo zum Teufel sind Sie?“, fragte er an Morrison gewandt.

Die Behörden hatten wegen der Brände am Donnerstag einen siebentägigen Ausnahmezustand in New South Wales ausgerufen. In dem Bundesstaat wüten seit Wochen rund hundert Buschbrände, von denen bisher nur etwa die Hälfte unter Kontrolle gebracht werden konnte. Zugleich herrscht eine Rekordhitze. Große Landstriche sowie die Millionenmetropole Sydney leiden weiter unter giftigen Rauchschwaden.

Auch andere Teile Australiens werden von weitflächigen Bränden heimgesucht. Mit den jetzigen Opfern in der Feuerwehr kamen bisher landesweit mindestens acht Menschen in Folge der Feuer ums Leben. Mehr als 800 Häuser wurden zerstört und eine Gesamtfläche von mindestens drei Millionen Hektar niedergebrannt. Das entspricht in etwa der Fläche von Nordrhein-Westfalen.

In den vergangenen Tagen war in Australien ein Temperaturrekord auf den nächsten gefolgt: Nachdem am Dienstag auf dem fünften Kontinent ein landesweiter Temperaturrekord von 40,9 Grad erreicht worden war, wurde dieser bereits am Mittwoch mit einem neuen Rekord von 41,9 Grad überschritten. Bisher hatte der landesweite Rekord bei 40,3 Grad im Jänner 2013 gelegen.

In Sydney sollen die Temperaturen ab Samstag auf 46 Grad steigen. Nördlich der größten Stadt Australiens wütet weiter ein besonders großes Feuer. Seine Rauchschwaden hüllen die Metropole von mehr als fünf Millionen Einwohnern seit Wochen ein.


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