Schweizer AKW Mühleberg stillgelegt

Das Schweizer AKW Mühleberg ist Geschichte: Die Betreiberfirma BKW hat das Atomkraftwerk westlich der Hauptstadt Bern am Freitagmittag endgültig abgeschaltet. Ein Operateur im Kommandoraum löste die Abschaltung um 12.30 Uhr aus, wie Fernsehbilder zeigten. Die BKW hatte sich 2013 entschlossen, das AKW stillzulegen.

Die geforderten Nachrüstungen hätten sich nach ihrer Einschätzung nicht mehr rentiert. In den vergangenen Jahren wurde die Einstellung des Leistungsbetriebs eingehend geplant. Im Sommer 2018 wurde der Kern für den letzten, 15-monatigen Betriebszyklus mit Brennelementen beladen. Dabei wurde die Brennstoffmenge so berechnet, dass sich die Leistung des AKW seit Mitte November langsam reduzierte.

Freitagfrüh begann die BKW ihr Atomkraftwerk Schritt für Schritt herunterzufahren, indem Steuerstäbe zwischen die Brennstoffelemente mit Uran eingeführt wurden. Als um 12.30 Uhr zwei rote Knöpfe betätigt wurden, wurde der letzte Steuerstab zwischen die Brennelemente gefahren. Damit wurde die Kettenreaktion unterbunden und der Reaktor abgeschaltet. Der Vorgang dauerte drei Sekunden.

Mit der Stilllegung des AKW leistet die Betreiberin BKW Energie AG „Pionierarbeit“, betonte die BKW-Chefin Suzanne Thoma. Wichtig sei, dass die BKW den Stilllegungsentscheid frühzeitig - im Jahr 2013 - gefällt habe, sagte Thoma. So habe das Unternehmen genügend Zeit gehabt, um die Stilllegung gründlich zu planen. „Und die Behörden hatten genügend Zeit, dieses hochkomplexe und anspruchsvolle Projekt zu prüfen.“

Das AKW hatte seinen Betrieb am 6. November 1972 aufgenommen. Seither produzierte die Anlage unterhalb des Wohlensees rund 130 Milliarden Kilowattstunden Strom, wie die BKW am Freitag mitteilte. Gesamtschweizerisch trug Mühleberg mit fünf Prozent zur Stromproduktion bei.


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