Aufregung im Unterland: Jäger drohte, Hunde zu erschießen

Bei der Staatsanwaltschaft wurde wegen des Falls aus dem Unterland Anzeige erstattet.

Bekannt gemacht hat den Fall der Verein gegen Tierfabriken, welcher das Vorgehen aufs Schärfste verurteilt.
© VGT.at

Von Benedikt Mair

Innsbruck –Auf einem Tafer­l neben einer Forststraße im Tiroler Unterland sollen die Zeilen geschrieben stehen, die die Wogen hochgehen lassen: „Wege nicht verlassen! Frei laufende Hunde werden erschossen!“ Gezeichnet: „Der Jagdaufseher“. Publik gemacht hat den Fall der Verein gegen Tierfabriken (VGT), der auch schon Anzeig­e bei der Innsbrucker Staats­anwaltschaft eingebracht haben will – wegen Nötigung. Die Tiroler Jägerschaft verurteilt das Vorgehen, sofern sich die Vorwürfe als wahr herausstellen sollten.

Mit der Tafel habe der Jagdaufseher „eine rechtlich nicht gedeckte gefährliche Drohung ausgesprochen“, schreibt der VGT gestern in einer Aussendung, „und damit Wanderer mit Hunden genötigt, die Weg­e nicht zu verlassen und ihre Hunde auch in Bereichen, in denen keine Leinenpflicht gilt, angeleint zu halten.“ Es dürfe nicht toleriert werden, dass sich Jäger im Wald wie Blockwarte benehmen und Menschen „abkanzeln, anpöbeln und sogar bedrohen“, sagt VGT-Obmann Martin Balluch.

„Genau solche Tafeln können wir nicht brauchen“, kritisiert Tirols Landesjägermeister Anton Larcher. Die Vorwürfe hätten vonseiten des Jagdverbandes noch nicht verifiziert oder falsifiziert werden können. „Sofern das alles zutrifft, ist es aber aufs Schärfste zu verurteilten.“

Der Kitzbüheler Bezirks­jägermeister Martin Antretter, in dessen Zuständigkeitsbereich das Taferl aufgestellt worden sein soll, nennt die Handlung, sofern sie stimme, einen „Einzelfall, der nicht im Sinne der Jägerschaft ist und für den ich wenig Verständnis habe“.

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Wie geht es weiter? „Wir werden den Behördengang intensiv im Auge behalten“, kündigte Landesjäger Larcher an. Ob jemand jagdrechtliche Konsequenzen zu erwarten habe, werde sich zeigen.


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