Orgel-Kleinod in Kramsach erstrahlt bald wie neu

In der Basilika Mariathal schlummert ein besonderer Schatz: kunstvolle, seltene Pfeifen aus dem 18. Jahrhundert.

Pfarrer Martin Schmid, Orgelbauer Lukas Neuhauser, Mesner Josef Häubler und Pfarrgemeinderatsobmann Richard Bauhofer (von links) mit einer Pfeife aus dem 18. Jahrhundert.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Kramsach –Es ist für Lukas Neuhauser von der Firma von Christian Erler aus Schlitters einiger Zeitdruck dabei: Er verpasst derzeit der Orgel der Basilika in Kramsach-Maria­thal eine Rundum-Sanierung. An die 2000 Pfeifen muss er einer gründlichen Innen- und Außenreinigung unterziehen und gegen Schimmel- und Holzwurmbefall behandeln. „Für die Weihnachtsfeiertage machen wir das Instrument aber fit, obwohl kürzlich die Generalüberholung gestartet wurde“, versichert Mesner Josef Häubler. Also brauchen die Gottesdienstbesucher während der Weihnachtsfeiertage nicht auf die feierlichen Klänge zu verzichten. Aber für den Abschluss der großen Sanierung braucht es noch Zeit, wie Lukas Neuhauser erklärt.

Dabei hat er sich ein besonderes Kleino­d unter den Königinnen der Musikinstrumente vorgenommen. „Die erste Nachricht über einen Einbau einer Orgel in die Klosterkirche Mariathal stammt aus dem Jahr 1736“, wissen Pfarrer Martin Schmid und Richard Bauhofer, der Obmann des Pfarrgemeinderates.

Der mündlichen Überlieferung nach habe der Salzburger Orgelbauer Johann Christoph Egerdacher das Instrument beim Eintritt seiner Tochter in das damalige Dominikanerinnenkloster als Mitgift gestellt. Einst habe sie als eines der klangschönsten Instrumente Tirols gegolten.

Und bei der jetzt laufenden Renovierung der Orgel, die im Jahr 1974 von einer Firma aus Matrei am Brenner errichtet wurde, machte Christian Erler den Pfarrgemeinderat unter Richard Bauhofer auf die Prospektpfeifen aus der Ursprungszeit im 18. Jahrhundert aufmerksam. Sie sind mit goldenen Ornamenten und Bildern versehen, die auf den Dominikanerorden hinweisen. „Wir wussten gar nicht, dass wir einen solchen Schatz besitzen. Bei der Klosterauflösung im Jahre 1782 gingen alle Unterlagen verloren“, sagt Häubler. Von der ursprünglichen Orgel sind heute noch das Gehäuse in Schwarz und Gold und diese seltenen 20 verzierten Prospektpfeifen erhalten.

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Der Wert des Instrumentes wird übrigens auf rund 500.000 Euro geschätzt, ganz abgesehen von der kulturhistorischen Bedeutung.


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