Stoch gewinnt erstes Engelberg-Springen vor Kraft

Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen hat am Samstag das Weltcup-Skispringen in Engelberg knapp vor dem Salzburger Stefan Kraft gewonnen. Nur 1,7 Punkte fehlten dem nun in der Gesamtwertung führenden Ex-Weltmeister auf den Sieg. Der Deutsche Karl Geiger komplettierte als Dritter das Podest. Mit Daniel Huber auf Rang sieben landete noch ein weiterer ÖSV-Springer in den Top Ten.

Schon bei Halbzeit hatte Stoch nach einem Satz auf die Tageshöchstweite von 138 Metern vor Kraft, der im ersten Durchgang bei 134,5 m gelandet war, geführt. Im Finale steigerte sich der ÖSV-Topspringer auf 137,5 m und setzte den Polen damit unter Druck. Doch 136 Meter genügten Stoch zu seinem 34. Weltcup-Sieg, dem ersten seit dem 10. Februar dieses Jahres in Lahti.

Da Vorjahressieger Ryoyu Kobayashi, der nach dem ersten Durchgang nur Elfter gewesen war, am Ende mit dem vierten Platz zufrieden sein musste, übernahm aber Kraft nach der sechsten Einzelkonkurrenz die Führung im Gesamt-Weltcup. Nach der dritten Podestplatzierung en suite beträgt sein Vorsprung auf den Titelverteidiger aus Japan 16 Punkte. Vor der Vierschanzentournee steht am Sonntag (15.00 Uhr/live ORF 1) noch ein weiterer Einzelbewerb in Engelberg auf dem Programm.

„Das beflügelt natürlich schon, das gelbe Trikot“, meinte Stefan Kraft in einem ORF-Interview zu seiner Führung im Gesamt-Weltcup. „Das war heute ein genialer Tag auf der Schanze.“ Schon in der Qualifikation sei ihm mit 138,5 Metern eine „richtige Rakete“ gelungen. „Ich komme von Wochenende zu Wochenende immer besser in Schwung. Im Moment funktionieren die Sprünge sehr gut.“

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Vor allem seine aktuelle „Stabilität“ bereite ihm eine „Riesenfreude“. „Die kurze Weihnachtspause bis zur Vierschanzentournee wird natürlich viel entspannter, wenn man aus Engelberg mit guten Ergebnissen heimkommt“, betonte der 26-jährige Salzburger.

ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder sprach „ein großes Lob an Stefan“ aus. „Er und Kamil Stoch haben sich heute vom Rest des Feldes abgesetzt. Daniel Huber hat auch einen sehr guten Wettkampf gemacht, weil es eigentlich gar nicht sicher war, ob er heute springen kann. Mannschaftlich bin ich sehr zufrieden. Der Weg Richtung Tournee stimmt“, bekräftigte der Tiroler.

Während Huber mit Sprüngen auf 135,5 und 131 m sein zweites Top-Ten-Ergebnis der Saison nach dem fünften Platz in Ruka fixierte, kam sein Teamkollege Philipp Aschenwald (128 und 129 m) diesmal nicht über Rang 14 hinaus. Michael Hayböck wurde 18., Jan Hörl 20. Einzig Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer verpasste als 37. aus dem ÖSV-Sextett den Sprung in die Entscheidung der Top 30.


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