25 Millionen Euro: Rotes Kreuz plant in Innsbruck Neubau der Zentrale

Um rund 25 Millionen Euro soll an der Sill in Innsbruck das neue Zuhause für die Retter entstehen. Die Verhandlungen mit der Politik laufen.

Herber Charme: Das bestehende Gebäude ist mehr als nur in die Jahre gekommen.
© Witting

Von Marco Witting

Innsbruck –Feierliche Stimmung, die gibt es in der Zentrale des Roten Kreuzes Innsbruck dieser Tage natürlich. Frei? Das gibt es nicht. Der Rettungsdienst ist auch zu Weihnachten voll im Einsatz. Im Gebäude am Sillufer herrscht rege Betriebsamkeit. Auch wenn das Haus selbst nicht mehr zeitgemäß ist. Der äußerliche herbe Charme setzt sich im Inneren nämlich nicht mehr fort. Die „Bude“ der Rettung verdient diesen Ausdruck allemal.

Seit Monaten dreht sich vieles im Roten Kreuz um einen möglichen ­Neubau. Geschäftsführerin Ale­xandra Tanda spricht vom „Bohren harter Bretter“ und davon, dass ihr der Prozess natürlich manchmal zu langsam gehe. Aber: Einerseits ist der Neubau für den Verein eine Herkulesaufgabe – finanziell und ­organisatorisch. Und andererseits braucht ein derartiges Projekt eben auch seine Zeit.

„Intern sprechen wir seit 2017 über das Thema und ich brauche ja auch die Zustimmung der Generalversammlung, um überhaupt mit der Planung beginnen zu können“, sagt Tanda. Mit der Politik, also Stadt und Land, laufen die Verhandlungen seit einigen Monaten. Die Geschäftsführerin sagt: „Wir haben hier eine sehr gute Basis gefunden und ich orte überall sehr große Unterstützung für unsere ­Anliegen.“

Tatsächlich deutet wohl vieles auf einen Neubau des Gebäudes hin. Konkrete Pläne gibt es bereits. Auch Kostenschätzungen. Die will niemand genau bestätigen. Es soll sich aber wohl um einen Betrag von rund 25 Millionen Euro handeln. Die Hälfte will das Rote Kreuz selbst aufbringen. Für die andere Hälfte braucht es Mittel von der öffentlichen Hand.

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„Wir sind in der Lage, durch viele unserer Teilbereiche einen Teil selbst aufzubringen. Aus dem Rettungsdienst ist aber kein Gewinn dabei. Weil wir dort immer noch Verluste machen“, sagt Tanda, die, sofern Margarete Schramböck wieder Ministerin wird, ja für die ÖVP in den Nationalrat aufrücken könnte.

Jedenfalls gilt es für das Rote Kreuz Innsbruck, einen großen Teil an Eigenleistung zu erbringen. Dafür sollen auf dem bisherigen Gelände gleich drei Zentren entstehen. Eines für soziale Gesundheitsdienstleistungen, die schon jetzt angeboten werden. Dazu soll ein Ausbildungszentrum errichtet werden – schließlich bildet man jährlich bis zu 5000 Menschen aus. Und dann bleibt noch Fläche für die Wache. Zudem sollen, so die bisherigen Pläne, auch Wohnungen entstehen, wobei „wir Wohnungen zu erschwinglichen Preisen“ anbieten wollen, sagt Tanda. Insgesamt 5000 m² möchte man gerne verbauen. Im Herbst 2020 soll, wenn alles klappt, Spatenstich sein.


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