Kroaten entscheiden über Staatsoberhaupt

Bei der Präsidentenwahl in Kroatien, bei der sich insgesamt elf Kandidaten um das höchste Amt im Lande bewerben, zeichnete sich am Sonntag trotz regnerischen Wetter eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Bis 16.30 Uhr lag sie bei 38,8 Prozent und damit etwas höher als zu dieser Zeit bei der ersten Wahlrunde im Jahr 2014 (36,4 Prozent), teilte die staatliche Wahlkommission mit.

Die drei aussichtsreichen Kandidaten, die um den Einzug in die erwartete Stichwahl ringen, haben ihre Stimmen bereits am Vormittag abgegeben. Die konservative Amtsinhaberin Kolinda Grabar-Kitarovic rief die Bürger auf, wählen zu gehen, „damit Kroatien besser wird“, sagte sie mit Anspielung auf ihr Wahlmotto: „Kroatien kann und muss besser werden“.

Der sozialdemokratische Ex-Premier Zoran Milanovic, der in den Umfragen fast gleichauf mit Grabar-Kitarovic lag, betonte, dass heute alle was zu verlieren hätten. „Ich habe aber mein Bestes getan. Die Bürger haben das sehen können, jetzt liegt die Entscheidung bei ihnen“, sagte er laut kroatischen Medien. Auch der rechtsnationalistische Sänger Miroslav Skoro rief die Wähler auf, ihre Stimme trotz schlechten Wetters abzugeben: „Auf einer Seite gibt es das Volk, das Veränderungen fordert, auf der anderen Seite gibt es politische Cliquen, die von Korruption durchdrungen sind, was wir in dieser Kampagne entlarvt haben. Die Veränderungen sind möglich, dafür muss das Volk aber wählen gehen“, sagte er.

Laut Medienberichten hatte Skoro am Sonntag absichtlich die Wahlruhe gestört, die bis zur Schließung der Wahllokale um 19.00 Uhr jegliche Werbung verbietet. Auf seiner Facebook-Seite wurde in mehreren Postings auf seine Nummer auf dem Wahlzettel angespielt. Wie etwa mit dem Vorschlag, dass heute ein guter Tag sei, um den Film Ocean‘s Eleven zu sehen. Auf den Wahlzettel steht Skoro unter der Nummer elf. Sein Wahlkampfstab wurde Berichten zufolge auch von der staatlichen Wahlkommission ermahnt, weil seine Wahlbeobachter die Resultate aus dem kroatischen Konsulat in Australien, wo die Stimmabgabe bereits beendet wurde, auf Facebook veröffentlicht haben sollen.

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Die rund 3,85 Millionen wahlberechtigten Kroaten können ihre Stimme noch bis 19.00 Uhr abgeben. Unmittelbar danach werden Exit Polls veröffentlicht. Erste Zwischenergebnisse, die anhand der Auszählung von 15 Prozent aller Wahllokale ermittelt werden, werden nach 20.00 Uhr bekanntgeben.


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