Landecker Tagesmütter-Pionierin: „Für Kinderwohl sorgen ist meine Lebensaufgabe“

Ingrid Bürger, Geschäftsführerin des Landecker Tagesmüttervereins, wechselt in den „Unruhestand“. Als Beraterin für Kinderbetreuung bleibt sie weiter aktiv.

Ingrid Bürger, Pionierin und Geschäftsführerin des Tagesmüttervereins, geht zwar in Pension, legt ihre Hände aber nicht in den Schoß.
© Wenzel

Landeck –Es begann 1990 mit einem Zeitungsinserat: „Tagesmütter gesucht, Vorbesprechung an der Bezirkshauptmannschaft.“ Ingrid Bürger aus Landeck hatte zwei Töchter zur Welt gebracht und ihren Job bei einer Bank unterbrochen, „weil ich Vollzeitmama sein wollte“. Gerne wollte sie zu Hause ein weiteres Kind betreuen. Zuvor machte sie eine 30-Stunden-Ausbildung. Wesentlicher Inhalt: „Man muss Kinder lieb haben.“ Heute dauert die Tagesmütter-Ausbildung übrigens 300 Stunden.

Nachdem sie ein zweieinhalbjähriges Kind in Betreuung nehmen durfte, ging alles Schlag auf Schlag. Die junge Mutter kam in Kontakt mit Helga Frühwald, „Ideenlieferantin“ bei der Gründung des Tagesmüttervereins, und mit Obfrau Christine Heinz. Letztere habe ihr gesagt: „Du warst bei der Bank und kannst organisieren. Also wirst du unsere Geschäftsführerin.“ Womit sie eine Lebensaufgabe gefunden habe, wie Bürger gestern im Rückblick schilderte.

Für berufstätige Mütter habe es so gut wie nichts gegeben – außer die kommunalen Kindergärten. Es lag nun am Tagesmütterverein, bezirksweit Kinderkrippen, Krabbelstuben sowie ganztägige Einrichtungen mit Mittagstisch auch an Samstagen und in den Ferien zu initiieren.

Der aktiven Netzwerkerin gelang es, einen Baustein nach dem anderen „für eine kinderfreundliche Infrastruktur“ im Bezirk zu legen. „Dabei war das Vereinsbudget immer knapp.“ Und oft seien die Tagesmütter von den Bürgermeistern belächelt worden. „Aber das Bewusstsein hat sich gebessert. Heute wissen sie qualifizierte Kinderbetreuung zu schätzen“, resümiert die Pionierin, die neben ihrem bezahlten Job unzählige Stunden ehrenamtlich geleistet hat. Mit „Profit“ (Pro Familie im Tourismus) gelang ihr in Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement regioL ein preisgekröntes Projekt.

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Offiziell durfte Bürger kürzlich den Ruhestand antreten. Aber den neuen Lebensabschnitt sieht sie eher als Unruhestand: „Als Beraterin für Kinderbetreuung stehe ich gerne zur Verfügung.“ (hwe)


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