Preisdebatte in Wörgl:„Schwimmkurs im Wave nicht vergleichbar“

Schulklassen boykottierten das Wörgler Erlebnisbad für den Schwimmunterricht aufgrund der „zu hohen Preise“. Nun verteidigen sich die Betreiber.

Wave-Geschäftsführer Andreas Ramsauer (l.) und Schwimmtrainerin Tanja Naschberger verteidigten die Kosten vor dem Gemeinderat.
© Hrdina

Wörgl –Viel zu teuer ist vielen Eltern der viertägige Schwimmkurs im Wörgler Wave für 69 Euro. Wie mehrmals berichtet, wichen Klassen im vergangenen Schuljahr für den Schwimmunterricht bereits auf das günstigere Freibad in Kundl aus. Volksschuldirektor Reinhard Angerer holte zudem ein Angebot für das Hallenbad Innsola im deutschen Kiefersfelden ein. Dort, so der Pädagoge, würde man für fünf Tage Schwimm­unterricht samt Zugfahrten nur knapp 45 Euro bezahlen. Die Geschäftsführung des Wave wollte auf Anfrage der TT vor einigen Wochen keine Stellungnahme abgeben, auch BM Hedi Wechner wollte sich zu dieser Preispolitik vorerst nicht öffentlich äußern. In der jüngsten Gemeinderatssitzung brach man nun aber das Schweigen und widmete dem Streitthema sogar einen eigenen Tagesordnungspunkt.

Die Preise der umliegenden Bäder seien aufgrund des vielfältigeren Angebots im Wörgler Wave nicht vergleichbar, verteidigten Geschäftsführer Andreas Ramsauer („Dass man Kinder für 45 Euro nass machen kann, ist unbestritten“) und Schwimmtrainerin Tanja Naschberger den 69-Euro-Kurs.

So beinhalte diese Summe auch die Rutschen und das Wellenbad. Entscheidend für den Preis sei auch, wie oft Schulklassen vorbeischauen. Einzelne „Ausflugstage“ sind teurer als wöchentliche Unterrichtseinheiten. Die reine Nutzung des Sportbeckens sei freilich günstiger als die des gesamten Bades. Pro Kind und Stunde variiere der Tarif damit zwischen drei und acht Euro. Außerdem, so führte Trainerin Naschberger aus, beinhalten die Preise im Wave 15 Trainerstunden, im Innsola nur zehn. Modernere Trainingsgeräte böten mehr Abwechslung, man arbeite mit einem eigenen pädagogischen Schwimmkonzept. Damit könne die Konkurrenz nicht mithalten, lautete die Quintessenz. Naschberger: „Wir haben alles, um den Kindern ein abwechslungsreiches Programm zur Verfügung stellen zu können.“

Dass einzelne Kinder aufgrund der Preispolitik des stadteigenen Bads nicht an der Schwimmwoche teilnehmen können, wolle man bei der Gemeinde nicht haben. Finanziell schwache Familien („Härtefälle“) werde man unterstützen. Doch BM Hedi Wechner schickte vorweg: „Es wird keine von der Stadt bezahlte Schwimmwoche geben.“ Denn dies – so fürchtet Wechner – hätte zur Folge, dass man die Gemeinde auch für Ski- oder Wienwochen zur Kasse bitten wird. (jazz)

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