Zehn Zivilisten bei Luftangriffen in Idlib getötet

Bei Bombardements durch russische Kampfflugzeuge sind im Nordwesten Syriens sind laut Aktivisten mindestens zehn Zivilisten getötet worden, darunter sechs Kinder. Russische Kampfjets hätten eine Schule angegriffen, in der Flüchtlinge untergebracht waren, teilte die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Dienstag mit.

Die Bomben seien nahe dem Dorf Sarakib im Osten der Provinz Idlib niedergegangen. Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg des Landes. Die in Großbritannien ansässige „Beobachtungsstelle“ stützt sich auf ein dichtes Netz von Informanten. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite aber kaum zu überprüfen.

Seit April versuchen Truppen der Regierung von Präsident Bashar al-Assad mit Unterstützung Russlands, alle Gebiete in Idlib und in der Nachbarprovinz Hama unter ihre Kontrolle zu bringen. Durch die Kämpfe wurden nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Wochen rund 60.000 Menschen vertrieben. Seit Beginn der Offensive im April mussten schätzungsweise 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen.

Kinder würden die „volle Wucht“ der Gewalt in Syrien tragen, teilte das UN-Kinderhilfswerks UNICEF am Dienstag mit. Mehr als 500 Kinder seien in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verletzt oder getötet worden, hieß es. In Flüchtlingslagern nahe der syrisch-türkischen Grenze seien viele Familien immer noch ohne Schutz und würden trotz des kalten Wetters im Freien schlafen.

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Im Dorf Marat al-Numan im Süden von Idlib führten die Kämpfe dazu, dass die Syrian American Medical Association (SAMS) den Betrieb von zwei großen Krankenhäusern einstellte. Die Lage dort habe sich deutlich verschlechtert, teilte SAMS mit. Vor Eskalation der Kämpfe hätten beide Krankenhäuser etwa 30. 000 Zivilisten versorgt.


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