Frühe Tore zur späten Bescherung für die Haie

Der HC Innsbruck stellte im Kellerderby gegen Dornbirn die Machtverhältnisse mit einem nie gefährdeten 6:1-(3:0, 2:1, 1:0)-Erfolg klar. Am Samstag in Bozen wird es ungleich schwieriger für die Pallin-Truppe.

© gepa beganovic

Von Max Ischia

Innsbruck — Wie hatte ein Zuschauer vor der mit 1900 Fans passabel gefüllten Tiwag-Arena nicht unrichtig gemeint: „Mehr Kellerderby geht nicht." Innsbruck gegen Dornbirn, das war der abgeschlagene Tabellenzehnte gegen den abgeschlagenen Tabellenelften. Das waren 111 (Innsbruck) zu 113 Gegentore (Dornbirn). Das war — allem Weihnachtszauber zum Trotz — eine bescheidene Gegenwart, gepaart mit Hoffnung auf bessere Zeiten.

Eine erste Antwort auf die Frage nach den aktuellen Kräfteverhältnissen gab es bereits nach 33 Sekunden: Boivin nützte die erste Überzahlsituation zum viel umjubelten 1:0. Es sollte eine richtungsweisende Führung sein, denn die in allen Belangen überlegenen Hausherren legten nach: In der 5. Minute marschierte Lattner seelenruhig durch die im Weihnachtsschlaf befindliche Bulldogs-Abwehr, neun Minuten später erhöhte Thörnberg auf 3:0. Das war's. Zumindest bis zur 19. Minute. Exakt 1:42 Minuten vor dem eigentlichen Drittel-Ende schickte der Unparteiische die beiden Teams in die Kabine — das Eis hatte in der neutralen Zone zwei gröbere Löcher aufgewiesen, die freilich vom Eismeister fachmännisch geschlossen wurden.

Auch die Frage, ob die zahnlosen Bulldogs im Mitteldrittel zurückschlagen würden, hatte sich rasch erübrigt. Ein folgenschwerer Puckverlust auf der blauen Linie ließ HCI-Kapitän Spurgeon (25.) alleine auf den viel zu oft allein gelassenen Dornbirn-Schlussmann Järvenpää zulaufen — und nicht unpassend kullerte die Scheibe durch die Schoner des Finnen zum 4:0.

Dann durfte auch der bis dahin stärkste Mann im Haie-Dress jubeln. Nach zwei Assists setzte Herbert (31.) den Puck unter die Latte zum 5:0. Ein Kantersieg bahnte sich an. Doch Dornbirn schlug zumindest einmal zurück und verkürzte durch Vainonen (35.) auf 1:5. Die „Jetzt geht's los"-Chöre des rund 30-köpfigen Dornbirn-Anhangs waren da schon in der Kategorie Galgenhumor einzuordnen.

Im dritten Abschnitt passierte lange Zeit wenig. Innsbruck tat, was es tun musste, um die weiterhin schwachen Gäste in Schach zu halten. Und als es auf den Zuschauerrängen immer ruhiger zu werden drohte, war Sedivy (51.) mit dem 6:1 zur Stelle. Dabei blieb es an diesem Abend, der mit Standing Ovations endete. Auch eine Art späte Bescherung.

Ergebnisse

Black Wings Linz - Znojmo 4:5 n.P. (3:2,0:1,1:1,0:0)

HC Innsbruck - Dornbirner EC 6:1 (3:0,2:1,1:0)

Red Bull Salzburg - HCB Südtirol 2:1 (0:0,1:1,1:0)

Graz99ers - VSV 2:3 n.V. (0:0,0:1,2:1;0:1)

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