Franzose Roger überraschte in Bormio mit Trainingsbestzeit

In Bormio stehen am Wochenende gleich drei Rennen auf dem Programm. Bester Österreicher im einzigen Training: Christopher Neumayer als Sechster.

Auch beim Trainingsschnellsten, dem Franzosen Brice Roger, brannten nach dem wilden Ritt über die Stelvio die Oberschenkel ordentlich.
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Bormio – Nach der witterungsbedingten Absage des Gröden-Klassikers haben die alpinen Ski-Herren am Freitag eine zusätzliche Abfahrt in Bormio als Weihnachtsgeschenk bekommen. In den bisherigen Weltcup-Abfahrten dieses Winters siegten in Lake Louise der Deutsche Thomas Dreßen und in Beaver Creek der Schweizer Beat Feuz, in Bormio schob sich Dominik Paris mit zweitbester Trainingszeit hinter dem französischen Überraschungsmann Brice Roger in die Favoritenrolle.

Nach dem einzigen Training am Donnerstag erfolgt zunächst das eingeschobene Rennen auf verkürzter Strecke. Zweimal will man den Rennläufern die 3.270 m lange Stelvio nicht über die Originaldistanz zumuten. Getestet wurde freilich von ganz oben und Paris hinterließ auf den wie immer anspruchsvollen Verhältnissen einen starken Eindruck. Drei seiner zwölf Karriereerfolge in dieser Disziplin verbuchte er in Bormio, nach 2012 zuletzt 2017 und 2018 in Folge.

Neumayer bester Österreicher, Mayer zuversichtlich

Trainingsstärkster Österreicher war überraschend Christopher Neumayer, der mit Startnummer 41 auf Platz sechs fuhr. Beim einzig möglichem Abtasten gut zurecht kamen auch Matthias Mayer als Achter und Hannes Reichelt als Zehnter. Als Fünfter in Louise war Mayer in dieser Saison bereits knapp am Abfahrtspodest dran. In Bormio wartet der Kärntner noch auf eine Abfahrts-Platzierung in den Top drei, im Vorjahr war er Siebenter.

„In Bormio ist es immer wieder sehr anstrengend, man weiß auf einen Schlag, was es heißt, wenn die Oberschenkel gescheit brennen, wenn du in der Abfahrt abschwingst. Es gibt sicherlich noch ein bisserl was zu tun, aber ich bin sehr zuversichtlich“, sagte Mayer im Zielraum nach der Trainingsfahrt.

Routinier Reichelt gab zu, rasch aus dem Weihnachtfrieden gerissen worden zu sein. „Spätestens wenn du beim zweiten Tor ankommst, weißt du, dass du in Bormio bist. Es geht zur Sache“, sagte der Salzburger, der bereits 39 Jahre ist und 2012 in Bormio ex aequo mit Paris gewann. Es war der 13. Sieg eines Österreichers bei diesem Traditionsrennen – und zugleich der bisher letzte.

Kriechmayr „versemmelte“ ein paar Passagen

In Beaver Creek Zweiter hinter dem Schweizer Beat Feuz will auch Vincent Kriechmayr wieder vorne mitmischen. Im Training (28.) „versemmelte“ der Super-G-Sieger von Gröden ein paar Passagen. „Das gilt es im Rennen besser zu machen. Wie an jedem Ort, wo wir uns befinden, will ich ums Podium mitfahren. Das ist das Ziel.“ Die Piste empfinde er als „leichter“ als im Vorjahr, wobei man diesen Ausdruck in Bormio eigentlich überhaupt nicht hernehmen dürfe. „Es ist trotzdem wieder sehr fordernd. Auch vom konditionellen Aspekt her. Aber es ist immer wieder lässig, hier runterzufahren. Ich hoffe, dass ich im Rennen zulegen kann.“ Abfahrts-Kugelverteidiger Feuz landete mit gebrochenem Mittelhandknochen an siebenter Stelle. (APA)


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