Strecke Zirl-Innsbruck: Zwischen Einhausung und Parkzone

Die Asfinag will 2021/22 die Strecke zwischen Zirl und Innsbruck sanieren und den Lärmschutz verbessern. Viele Anrainer wünschen sich aber eine Einhausung. Diese wäre möglich – aber auch deutlich teurer.

(Symbolbild)
© Thomas Böhm

Von Marco Witting

Innsbruck –Es ist ein lauter Aufschrei. Nicht nur gegen den Lärm. Schon vor einigen Wochen begehrten die Bürger in Mentlberg und Sieglanger gemeinsam auf. Gegen Autos mit ausländischen Kennzeichen, die dort abgestellt werden. Gegen die Schallbelastung, die direkt von der Autobahn herüberschwappt. Und für eine Einhausung in diesem Bereich – die nach Ansicht der Bürger beiderseits der Autobahn die einzige Lösung ist, dass es hier lebenswerter wird. Das taten die Menschen bei einem Termin mit der Stadtpolitik und der Asfinag auch lautstark und emotional kund. Seither ist es weder rund um die Häuser, noch bei den Menschen ruhiger geworden. Doch der Wunsch nach einer Einhausung in diesem Bereich findet bei der Asfinag wenig Anklang. Denn die würde zehn Mal mehr kosten als eine neue Lärmschutzwand, die derzeit geplant ist.

„Wir beabsichtigen, den Lärmschutz in diesem Bereich deutlich zu verbessern“, erklärt Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl in einer schriftlichen Stellungnahme. Das bedeute: höhere und modernere Schallschutzwände in gekrümmter Form. Autofahrer kennen diese vom Bereich Innsbruck Ost. Weiters heißt es: „Mit dieser Maßnahme erreichen wir einen optimalen und nachhaltigen Schutz der Bevölkerung, welcher einer Einhausung hinsichtlich Schutzwirkung gleichzusetzen ist.“

Klar ist: Der Straßenerhalter muss in diesem Bereich etwas tun. Schallschutz und Entwässerung sollen nicht mehr den Erfordernissen entsprechen. Holzedl erklärt, dass man eine umfassende Sanierung zwischen „Zirl und Innsbruck“ plane. Um den Verkehr möglichst wenig zu beeinflussen, sollen die Lärmschutzwände im Zuge der Bauarbeiten 2021/22 umgesetzt werden. Etwas das gegen eine Einhausung spricht. Schließlich braucht die nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Zeit zur Vorbereitung. Die Stadt habe sich bei der Asfinag bezüglich der Einhausung gemeldet, aber kein entsprechendes Konzept vorgelegt. Und natürlich geht es dann auch um eine Kostenübernahme.

Aus Sicht des Innsbrucker Architekten Harald Schweiger wäre eine „abgesenkte Einhausung zwischen dem Knoten Kranebitten und Innsbruck West in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Völs sinnvoll, technisch möglich und auf lange Sicht städtebaulich zukunftsweisend“. Zudem könnte man dringend notwendiges Bauland auf der Einhausung generieren, womit die Kosten der Einhausung wieder hereingespielt werden könnten Auch Schweiger sieht den Ball diesbezüglich klar bei der Stadt.

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Zumindest was die Parkproblematik betrifft, sieht man im Büro von Vize-BM Uschi Schwarzl zwei Ansätze. Einerseits eine Parkraumbewirtschaftung, damit die Anrainer und Gäste ihre Autos auf Zeit stehen lassen können und gleichzeitig die Dauerparker nicht mehr vor der Haustüre sind. Dazu braucht man die Zustimmung der Asfinag – worüber nach dem Jahreswechsel noch einmal gesprochen werden soll. Die andere Variante wäre ein absolutes Park- und Halteverbot. Dafür bräuchte es keine Zustimmung durch den Straßenerhalter.


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