Privatspitäler sind in Tirol weiter im Aufwind

Das Sanatorium Kettenbrücke meldet mehr Patienten und Umsatz. Warten heißt es in der Kardiologie-Frage.

Kettenbrücke-Geschäftsführerin Annette Leja.
© dalia föger

Innsbruck –Das Innsbrucker Sanatorium Kettenbrücke der Barmherzigen Schwestern habe heuer „ein sehr gutes Jahr“ mit durchwegs Zuwächsen verzeichnet, sagt Geschäftsführerin Annette Leja gegenüber der TT. Der Umsatz legte von 28 auf über 30 Mio. Euro zu, insgesamt hatte man gut 7000 stationäre Patienten und über 20.000 in den Ambulanzen und Ordinationen. Sehr positiv sei gewesen, dass noch die alte Regierung den Fördertopf für die privaten Krankenanstalten spürbar erhöht habe. Was die künftige wohl türkis-grüne Regierung für Schwerpunkte setze, müsse man erst abwarten.

Obwohl es in Österreich und besonders auch in Tirol glücklicherweise ein sehr gutes öffentliches Gesundheitssystem gebe, steige die Nachfrage nach privaten Einrichtungen weiter. „Jeder, der zu uns kommt, hat das ganz bewusst entschieden, weil er sich noch mehr an Betreuung und Leistung erwartet.“ Private Zusatzversicherungen seien auch bei Jungen zunehmend gefragt, zudem gebe es auch eine hohe Zahl an Selbstzahlern im Sanatorium, betont Leja.

Im zu Ende gehenden Jahr habe man neben einem neuen PR-Auftritt mit dem Slogan „Gesundheit leben“ (zusätzliche Publicity brachte u. a. auch die Behandlung der Ski­stars Manuel Feller und Marlies Schild) erneut kräftig investiert, etwa in eine neue Endoskopie, in die Tagesklinik oder den Ausbau des Ordinationsbereichs. Man versuche auch weiterhin, die Wartezeiten für die Patienten mit optimalen Abläufen zu verkürzen.

Im neuen Jahr stehe eine Erneuerung der Qualitäts-Zertifizierung an. Laut Leja habe man verschiedene Programme zur weiteren Steigerung der Patientensicherheit, etwa Intensivtrainings für die Versorgung von Neugeborenen oder auch einen „Room of Horror“, wo man die Beseitigung möglicher Problemstellungen und Fehler schule.

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Ein großes Thema sei laut Leja das Halten und Finden guter Mitarbeiter. Im Sanatorium Kettenbrücke habe man 320 Beschäftigte (gut 80 Prozent Frauen, davon viele in Teilzeit) sowie 150 Belegsärzte. Beim Kollektivvertrag liege man auf Tilak-Niveau, ebenso entscheidend wie die Bezahlung seien aber weitere attraktive Rahmenbedingungen.

Noch immer in der juristischen Warteschleife befindet sich die Frage, ob die geplante eigene Kardiologie-Abteilung starten darf oder nicht. Der Fall liegt seit 2015 in 2. Instanz beim Landesverwaltungsgericht. Laut Leja warte man auf eine Entscheidung und werde dann die weiteren Schritte festlegen. (va)


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