Operettensommer Kufstein: Kurs auf Verjüngung mit Gasa Valga als Zugpferd

Der Operettensommer Kufstein will moderner werden: mit dem Musical „Evita“ und Unterstützung aus Innsbruck.

Die Festungsarena in Kufstein ist Schauplatz des Operettensommers.
© Operettensommer

Von Markus Schramek

Kufstein, Innsbruck –Inhaltlich bleibt der Operettensommer Kufstein auf der sicheren Seite. Populäre Klassiker und vielfach Bewährtes kommen ins Programm und auf die Bühne der Festungsarena. Das gebotene leichte Fach wird in den nächsten Jahren allerdings deutlich nachgeschärft. Statt Operetten wie zuletzt „Die Fledermaus“ im Sommer 2019 wird künftig verstärkt auf Musicals gesetzt (womit man in Kufstein schon Erfahrung hat). „Evita“ mit der Musik von Hitproduzent Andrew Lloyd Webber („Don’t Cry for me Argentina“) ist im kommenden Sommer angesetzt (31. Juli bis 16. August).

Geschäftsführer Josef Resch hat einen klaren Auftrag seiner Geldgeber und Förderer: Der Operettensommer soll auch jüngeres Volk in die Festungsstadt locken. Und damit auch gar nichts schiefgehen kann, hat Resch den bekanntesten Namen des Landes im Bereich Tanz verpflichtet. Enrique Gasa Valga, der seine „Tanzcompany“ am Tiroler Landestheater von Erfolg zu Erfolg führt, nimmt „Evita“, die aufregende Biografie von Präsidentengattin Eva Perón, als Choreograf und Regisseur unter seine Fittiche.

Geschäftsführer Josef Resch steht vor der Vertragsverlängerung.
© Thomas Boehm / TT

Katalane Gasa Valga scheint auch in Kufstein Zugkraft zu besitzen. „Wir haben schon jetzt über 50 Prozent der Tickets für ,Evita‘ verkauft“, berichtet Resch im Gespräch mit der TT. Größer könnte ein Vertrauensvorschuss kaum sein. Denn die Besetzung für „Evita“ steht noch gar nicht fest. Die knapp mehr als 30 Akteure werden per Casting Anfang Februar in Innsbruck ausgewählt. „Sie müssen alle perfekt singen und tanzen können“, gibt Resch das gesuchte Künstlerprofil vor.

Gasa Valga und die Jury werden jedenfalls eine Menge an Akteuren zu sehen bekommen. Bei immer noch offener Bewerbungsfrist gibt es schon mehr als 100 Anmeldungen.

Tanzdirektor Enrique Gasa Valga führt in Kufstein Regie.
© Thomas Boehm / TT

Gasa Valga wurde vorerst nur für eine Saison nach Kufstein geholt, „denn welches Stück wir 2021 aufführen, wissen wir noch nicht“ (Resch). Sicher sei nur eines: Es wird wieder ein Musical sein.

Unter den geänderten Vorzeichen wollte Sascha Nader, der musikalische Leiter des Operettensommers, nicht mehr weitermachen. Er verabschiedete sich per Facebook-Posting in Richtung Wien. Dazu Resch: „Ich verstehe das, denn die künstlerische Gesamtverantwortung liegt heuer bei Enrique Gasa Valga; und welches Stück wir auf die Bühne bringen, entscheide ich selbst.“

Bisher seien die Kufsteiner Produktionen in enger personeller Abstimmung mit der Volksoper Wien erfolgt. Chor, Tänzer und Solisten stammten von dort. Für „Evita“ wird nach völlig neuen Darstellern gesucht. Auch der Produktionsort wird nach Tirol verlagert. Resch: „Wir proben ,Evita‘ zuerst in Innsbruck, bevor wir damit nach Kufstein übersiedeln. In den letzten Saisonen haben die Proben in Wien stattgefunden.“

Das Budget für den Operettensommer beträgt 1,2 Millionen Euro. 60 Prozent stammen aus Ticketerlösen. Stadt Kufstein und Land Tirol (über den Tourismusförderungsfonds) steuern laut Resch zusammen 300.000 Euro bei. Dazu kommen Sponsoring-Abkommen, unter anderem mit dem Tourismusverband Kufsteinerland.

„Alles ist auf Schiene, es gibt keinen Grund zur Klage“, will Resch von angeblicher Unruhe in seinem Haus nichts wissen. Auch er selbst kann sich auf ein längerfristiges Verweilen beim Operettensommer einstellen: „Meine Vertragsverlängerung von 2021 bis 2026 ist unterschriftsreif.“


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