Lawine donnerte auf Skipiste in Südtirol: Frau und zwei Mädchen (7) tot

Bei einem Lawinenabgang in einem Skigebiet im Schnalstal kamen am Samstag drei Menschen ums Leben. Unter den Toten sind auch zwei siebenjährige Mädchen. Am Sonntag wurde die Suche nach möglichen weiteren Vermissten eingestellt.

(Symbolbild)
© pixabay

Bozen – Bei einem Lawinenabgang in Südtirol sind eine Frau und zwei siebenjährige Mädchen aus Deutschland ums Leben gekommen. Ein Mann und sein elfjähriger Sohn – ebenfalls aus Deutschland – wurden bei dem Unglück gegen Samstagmittag verletzt, wie ein Sprecher der Carabinieri in Bozen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Abend bestätigte.

Nach Angaben der Bergwacht werden keine Menschen mehr vermisst. Die Suche nach möglichen Verschütteten werde daher nicht fortgesetzt, sagte ein Sprecher am Sonntag.

Ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes bestätigte am späten Samstagabend, dass es sich bei den Toten um drei Deutsche handelt. Weitere Angaben machte er nicht.

Die 25-jährige Frau und eines der Mädchen stammen dem Carabinieri-Sprecher zufolge aus Hauteroda (Kyffhäuserkreis) in Thüringen, das andere Mädchen aus Eschweiler in Nordrhein-Westfalen. Die Menschen seien auf einer Piste im Schnalstal westlich von Meran unterwegs gewesen, als sich die Lawine Samstagmittag auf einer Höhe von etwa 3000 Metern löste und in das tiefer gelegene Skigebiet raste.

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Die Frau aus Hauteroda und das Mädchen aus Eschweiler konnten laut Polizei nur noch tot aus der Lawine geborgen werden. Das andere Mädchen wurde schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in Trient gebracht, wo es am Samstagabend seinen Verletzungen erlag.

Der Vater und sein Sohn, die ebenfalls aus Eschweiler stammen, wurden in ein Krankenhaus in Meran gebracht. Der Sender Rai Südtirol berichtete unter Berufung auf die Bergrettung, dass das Schneebrett 200 Meter breit und einen Kilometer lang war.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Laut dem Sprecher der Carabinieri bestand keine Lawinengefahr. Allerdings herrschte zum Zeitpunkt des Unglücks starker Wind, und es hatte einen Temperaturanstieg gegeben.

Die Staatsanwaltschaft Bozen sei am Sonntag zu einer Besichtigung des Unglücksortes im Schnalstal, so die Bergwacht. Die Behörde muss unter anderem ermitteln, wie es zu dem Unglück kommen konnte und wie die Lawine ausgelöst wurde.

Laut Gletscherbahnen-Chef herrschte keine Lawinengefahr

Die italienische Nachrichtenagentur ANSA zitierte den Chef der Schnalstaler Gletscherbahnen, dass man keine Lawinengefahr gesehen habe. Sonst hätte man die Piste nicht freigegeben. Es sei aber nicht auszuschließen, dass Skifahrer abseits der Piste die Lawine ausgelöst hätten.

Die italienische Zeitung La Repubblica berichtete außerdem von einem weiteren Lawinenabgang am Samstag in einem Skigebiet am Hirzer (Punta Cervina) in den Sarntaler Alpen, ebenfalls Südtirol. Ein italienischer Skialpinist sei von der Lawine mitgerissen, aber von seinen Kameraden geborgen worden. Er wurde in ein Krankenhaus in Bozen gebracht. (dpa, TT.com)


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