Einspruch gegen Oberlienzer Deponie

Der Landesumweltanwalt bekämpft eine geplante Bodenaushubdeponie in Oberlienz, für die der Auwald gerodet werden soll. Er verlangt, dass das Landesverwaltungsgericht die erteilte Bewilligung aufheben soll.

Der Oberlienzer Auwald, der für die Bodenaushubdeponie gerodet werden soll, besteht großteils aus Grau-Erlen.
© Landesumweltanwalt

Von Catharina Oblasser

Oberlienz –Die Gemeinde Oberlienz will im Anschluss an das Gewerbegebiet Tratte eine Bodenaushubdeponie errichten. Warum das der Landesumweltanwaltschaft nicht gefällt, kommt in einer Beschwerde zum Ausdruck, die an das Landesverwaltungsgericht gegangen ist und auch auf der Homepage der Landesumweltanwaltschaft zu lesen ist. Leiter Johannes Kostenzer beantragt, dass die naturschutzrechtliche Bewilligung für die Deponie, ausgestellt von der Bezirkshauptmannschaft Lienz, aufgehoben wird. Als Alternative schlägt er eine mündliche Verhandlung vor, in der die Causa noch einmal neu besprochen wird.

Dreh- und Angelpunkt der Beschwerde ist der Auwald von Oberlienz. Für die Bodenaushubdeponie müsste nämlich ein Teil davon gerodet werden, damit die Fläche dann mit Aushubmaterial gefüllt werden kann. Die betroffene Fläche hätte die Größe von einem Dreiviertelhektar und würde 21.000 Kubikmeter Deponiemasse fassen. Danach soll die Fläche rekultiviert und später als zusätzliches Gewerbegebiet genutzt werden, führt der Landesumweltanwalt aus.

Die BH Lienz gibt eine Ersatzaufforstung vor, doch: „Die vorgeschriebene Ersatzaufforstung kann den diesbezüglichen Anforderungen nach Meinung der Landesumweltanwaltschaft nicht gerecht werden“, so Kostenzer. Laut der Beschwerde stellen Auwälder wertvolle und seltene Lebensräume dar, die ohnedies gefährdet sind. Von den Beständen, die es ursprünglich in Tirol gab, seien nur noch ein bis zwei Prozent vorhanden, gibt der Landesumweltanwalt zu bedenken. Wenn ein solcher Auwald gerodet wird, bedeutet das einen unwiederbringlichen Verlust des Landschaftsbildes und damit auch des Erholungswertes für die Menschen. Die Oberlienzer Grau-Erlen, die es im fraglichen Gebiet gibt, seien nicht so einfach wiederherzustellen.

Die Gemeinde Oberlienz stelle zwar eine Ersatzfläche für eine Aufforstung auf der anderen Seite der Isel zur Verfügung, die aber zu hoch über dem Fluss liege. Auch die Walnussbäume, die dort gepflanzt werden sollen, hält die Landesumweltanwaltschaft nicht für einen vollwertigen Ersatz.

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