Rätsel um Karl Lagerfelds Tod gelöst

Sebastien Jondeau, persönlicher Assistent des Modezaren, gab Einblicke in dessen Leidenszeit.

Modeschöpfer Karl Lagerfeld.
© APA/AFP/NIKLAS HALLE'N

Paris –Über zehn Monate schwieg einer der engsten Vertrauten Karl Lagerfelds. Doch jetzt löste Sebastien Jondeau, persönlicher Assistent des am 19. Februar 2019 verstorbenen Modezaren, das Rätsel um dessen für die Öffentlichkeit überraschenden Tod mit 85 Jahren.

In einem Interview mit dem französischen Magazin Paris Match verriet der 44-jährige Jondeau, dass der deutsche Modeschöpfer schon im Juni 2015 im Saint-Tropez-Urlaub eine Krebsdiagnose erhalten habe. „Ich habe ein Problem, ich kann nicht pinkeln“, soll der Designer in dem französischen Nobelbadeort zu ihm gesagt haben.

Eine Urinprobe brachte die bittere Gewissheit. „Bis zu seinem Tod wusste keiner seiner Verwandten davon. Karl litt an Prostatakrebs. Nicht Bauchspeicheldrüsenkrebs, was nach seinem Tod jeder gesagt hat“, versicherte Jondeau.

Die erschütternde Erkrankung bereitete Lagerfelds Assistenten Sorgen. „Wir hatten Mühe, geeignete Behandlungen zu finden. Manchmal waren die Nachrichten gut, manchmal schlecht.“ Als sich Lagerfelds Zustand Anfang 2019 verschlechterte, ließ sich Jondeau einen Raum neben Lagerfelds Schlafzimmer einrichten. Die Designer-Legende wusste, dass sein Schicksal unvermeidlich war.

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Zwei Jahrzehnte lang arbeitete Jondeau für „Kaiser Karl“. „20 Jahre lang habe ich weder Urlaub gemacht noch mit meinen Freunden zu Abend gegessen, wie ich es mir gewünscht hätte“, so der Assistent. Weil Lagerfeld ihm alle zwei Stunden Nachrichten geschickt hätte. So ist Jondeau bis heute der Einzige, der weiß, an welchem Ort Lagerfelds Asche ruht. (TT)


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