Der Plan für die Pension steht bei Günter Oberhauser schon

Günter Oberhauser, Kopf hinter vielen ÖBB-Bauvorhaben, geht nach 40 Jahren in den Ruhestand.

Oberhauser und „sein“ Bahnhof: Der 61-Jährige war maßgeblich am Neubau des Innsbrucker Hauptbahnhofes beteiligt.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck –Es gibt kaum einen Bahnkilometer im Land, bei dem er nicht irgendwie seine Finger mit im Spiel hatte. Günter Oberhauser von der ÖBB-Infrastruktur ist Projektmanager bei den Österreichischen Bundesbahnen und hat heute seinen letzten Arbeitstag. Der 61-Jährige tritt morgen nach 40 Jahren im Dienst der ÖBB in den Ruhestand. Einen Plan für seine Zeit als Pensionist hat er bereits.

Geboren wurde Oberhauser am 12. Juni 1958 in Innsbruck. Er besuchte die HTL Tiefbau, ging anschließend zum Bundesheer und stellte sich dann die Frage: Was jetzt? Der Papa Lokführer, der Opa Eisenbahner, irgendwie war der Weg schon vorgezeichnet. „Mein Vater hat mich gefragt, warum ich nicht zur Bahn gehe. Und ich hab’s dann gemacht“, sagt Oberhauser. Im Sommer 1979 trat er eine Stelle in der damaligen Bundesbahndirektion in Innsbruck an. Und arbeitete sich schnell nach oben.

Anfangs als Ingenieur in der Konzipierung von diversen Bauvorhaben eingesetzt, machte Oberhauser Ende der 1990er-Jahre eine Ausbildung zum Projektmanager. „Herausfordernd“ nennt er die Aufgabe, die er seitdem innehatte. „Ich war mit der Umsetzung großer Bauvorhaben betraut. Die Arbeiten fanden immer unter Bahnbetrieb statt, die Züge mussten trotzdem fahren. Immerhin sind wir ein Transportunternehmen.“

Mit einem Volumen von 80 Millionen Euro war die Sanierung der Brennerstrecke im Jahr 2012 sein größtes Vorhaben. „Auch wenn es für den Fahrgast nicht spektakulär war“, meint er. Das „Königs­projekt“ sei jedoch der Umbau des Innsbrucker Hauptbahnhofes gewesen. „Das als gebürtiger Innsbrucker zu machen, war schon besonders. Wenn ich im Café sitze und rausblicke, habe ich das Gefühl, es ist mein Bahnhof.“

Überall an der Bahnstrecke hat Oberhauser seine Spuren hinterlassen, kannte jeden Bürgermeister der Anrainergemeinden. „Fahre ich heute mit dem Zug durchs Land, erinnere ich mich an die ganzen Probleme während der Bauarbeiten und freue mich, dass doch alles reibungslos vorangeht.“ Und was macht er im Ruhestand? „Für die ÖBB betreue ich für Tirol ehrenamtlich die Schrebergärten an der Bahnstrecke. Ich will mich aber vor allem mehr der Familie, den Kindern und Enkeln widmen.“ (bfk)


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