Wrack mit sieben Leichen in Japan angespült – vermutlich aus Nordkorea

Auf einem Schiffswrack machen japanische Behörden eine schreckliche Entdeckung. Sie finden die zum Teil skelettierten Überreste von sieben Menschen. Wahrscheinlich handelt es sich um nordkoreanische Fischer. Immer wieder gibt es Fälle dieser „Geisterboote“.

Die japanische Flagge.
© pixabay

Tokio/Pjöngjang – An der japanischen Küste ist ein Fischerboot mit mehreren Leichen angespült worden, das Medienberichten zufolge aus Nordkorea stammen soll. Japanische Behörden hätten das hölzerne Wrack am Freitag an der Insel Sado rund 900 Kilometer vor der Küste Nordkoreas bei einem Patrouillengang entdeckt, berichtete der Sender NHK am Wochenende.

Einsatzkräfte der Polizei und Küstenwache hätten darauf sieben verweste Leichen gefunden. Deren Identitäten konnten wegen des Verwesungszustandes nicht geklärt werden. Bei den menschlichen Überresten soll es sich um fünf Leichen und zwei menschliche Köpfe handeln. Teilweise seien die Körper laut NHK bereits „skelettiert“.

Auf dem stark beschädigten Boot seien koreanischen Buchstaben und Zahlen gewesen. Die örtlichen Ermittler gingen davon aus, dass das Boot über das Japanische Meer trieb und aus Nordkorea stammt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo News stranden jeden Winter Dutzende solcher Holzboote an den Küsten des Inselstaats. Es wird angenommen, dass diese von Nordkorea am westlichen Ufer des Meeres aufbrachen. Ob die Besatzung die abgeschottete Diktatur auf dem Seeweg verlassen wollte oder in den rauen Gewässern auf Fischfang ging und havarierte, ist unbekannt.

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Japanische Behörden haben wiederholt nordkoreanische Fischer in ihren Hoheitsgewässern aufgegriffen und zurückgeschickt. Im kommunistischen Nordkorea herrscht besonders im Winter Nahrungsmittelknappheit. Viele Einwohner leiden laut dem Welternährungsprogramm (WFP) an Hunger.

Kein Einzelfall

Wie die Zeitung Yomiuri Shimbun berichtete, wurden in diesem Jahr bislang mindestens 156 mutmaßlich nordkoreanische Fischerboote an Japans Küste angespült oder in japanischen Gewässern aufgegriffen. Boote mit toten Besatzungsmitgliedern an Bord werden in den örtlichen Medien als „Geisterschiffe“ bezeichnet.

Experten zufolge fahren einige nordkoreanische Fischer weit auf das offene Meer hinaus, um die harten Regierungsvorgaben für größere Fänge zu erfüllen. Dabei geraten sie mit ihren alten und schlecht ausgerüsteten Booten oftmals in Schwierigkeiten und haben kaum Möglichkeiten, Hilfe zu rufen.

Im Oktober wurden rund 60 Besatzungsmitglieder eines nordkoreanischen Fischerboots im Japanischen Meer gerettet, nachdem das Boot nach einer Kollision mit einem japanischen Patrouillenschiff gesunken war. (APA/dpa)


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