Winterfahrverbote in Tirol: 7500 Lenker mussten umkehren

Die Bezirke Schwaz und Reutte standen beim Urlauberschichtwechsel am Wochenende im Mittelpunkt. Die Winterfahrverbote führten zu nicht weniger als 7500 Zurückweisungen.

Am Wochenende schlängelte sich wieder eine Blechlawine durch Tirol, die Winterfahrverbote verhinderten ein Ausweichen durch die Dörfer.
© ZOOM.TIROL

Innsbruck –Wie bei den Zufahrtsverboten zu den Billig-Diesel-Tankstellen entlang der Transitrouten geht es auch im Pkw-Verkehr nicht ohne Verbote. Seit 21. Dezember gelten in den Bezirken Kufstein, Schwaz, Innsbruck-Land und Reutte wieder die Winterfahrverbote, die ein Ausweichen des Reiseverkehrs auf die Ortsdurchfahrten verhindern sollen. Und sie wirken. Vor allem beim Urlauberschichtwechsel am vergangenen Wochenende musste die Exekutive wieder Tausende Fahrzeuglenker zurückweisen.

7500 Fahrzeuglenker wurden am Wochenende zurückgewiesen, mehr als 6000 davon allein in den Bezirken Schwaz und Reutte, wie das Land Tirol gestern mitgeteilt hat. Besonders viele Autofahrer hat die Polizei am Samstag im Raum Reutte, im Bereich der Abfahrten von der Achenseestraße in Maurach am Achensee, in Langkamp­fen/Niederbreitenbach und auf der Brucker Straße bei Sankt Gertraudi aufgehalten. Bei den Polizeikontrollen kassierten außerdem zahlreiche Fahrzeuglenker Geldstrafen in Höhe von bis zu 60 Euro.

„Die Vorkehrungen, die wir zur Sicherstellung des Verkehrsflusses in Tirol getroffen haben, sind richtig und notwendig“, betont VP-Landeshauptmann Günther Platter. „Einmal mehr ist aber zu unterstreichen, dass der Ziel- und Quellverkehr durch die Abfahrverbote nicht beeinträchtigt wurde. Vielmehr war und ist der Verkehrsfluss in den Ortschaften und damit etwa ein rasches Vorankommen der Einsatzkräfte sicherzustellen.“ Für Verkehrsreferentin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) hat sich gezeigt, wie groß der Bedarf an solchen verkehrslenkenden Notwehrmaßnahmen in vielen Teilen Tirols sei. Fahrverbote an neuralgischen Punkten, so Platter und Felipe, seien ein sinnvoller Weg, um die Ortskerne zu entlasten. „Und in Anbetracht des enormen Durchzugsverkehrs für die Bevölkerung ein Vorankommen auf Tirols Straßen zu gewährleisten, solange keine generelle Verlagerung des Verkehrs gelingt.“

Massive Kritik an der Verkehrspolitik der ÖVP übt hingegen SPÖ-Verkehrssprecher Philip Wohlgemuth. „Sie ist in der Transitfrage gespalten. ÖVP-NR Rebecca Kirchbaumer stellte sich in der Transitfrage erneut auf die Seite der Wirtschaftslobby“, kritisiert er ihre ablehnende Haltung zur Verlängerung der Zufahrtsverbote zu den Lkw-Tankstellen. „Die ÖVP hat in der Verkehrsfrage zwei Gesichter. Dabei ist es gerade in diesem Bereich unglaublich wichtig, in Tirol und Österreich parteiübergreifend mit einer Stimme zu sprechen.“ Die SPÖ spreche sich vorbehaltlos für die Zufahrtsverbote aus.

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(TT, pn)


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