Verkehr im Bezirk Schwaz lässt Anrainer verzweifeln

Verstopfte Straßen, stundenlanger Stau, zu wenige Parkplätze – am Wochenende herrschte einmal mehr Chaos auf den Straßen im Bezirk. Vor allem entlang der Achenseestraße und am Pillberg war der Ärger groß.

Der Stau vom Zillertal reicht weit bis ins Achental zurück.
© zoom.tirol

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Die Verzweiflung war am Wochenende vielen Autofahrern im Bezirk Schwaz ins Gesicht geschrieben. Die einen standen stundenlang im Stau und die anderen parkten die Zufahrt zum Skigebiet zu, weil die Parkplätze hoffnungslos überfüllt waren. Ein Verkehrschaos, das aber auch vor allem jene trifft, die in Durchfahrtsregionen leben.

Zillertal/Achental: Für eine Strecke vom Achensee nach Wiesing, die man eigentlich in 15 Minuten schafft, brauchte man am letzten Samstag bis zu drei Stunden. Auch im Zillertal staute es sich den ganzen Tag über. Wie erwartet legte der Urlauberreiseverkehr die Straßen lahm. Während die Zillertaler es mittlerweile etwas gelassener nehmen und an den Wintersamstagen möglichst nicht mehr ins Auto steigen, scheint den Achenseern der Kragen zu platzen. Viele sehen sich als Fußabstreifer fürs Zillertal. Durch die Blockabfertigung am Brettfalltunnel und zahlreiche Urlauber, die über den Achenpass kamen, staute es sich vom Tunnel ins Zillertal bis nach Achenkirch – auf einer Strecke von rund 23 Kilometern. Ein Albtraum. Vor allem für jene, die dort wohnen. Viele machten ihrem Ärger in den sozialen Medien Luft. Eine Achenseerin meinte, dass man unmöglich rechtzeitig zur Arbeit kommen könne und es am Achenpass „eine Ampel und Blockabfertigung“ brauche. „Lieber übern Achenpass fahren, 20 Euro Treibstoff verfahren, vier Stunden im Stau stehen, statt elf Euro Vignett­e zu zahlen“, schrieb ein anderer. Eine Achenkircherin spricht davon, dass es schon vor Weihnachten immer wieder staute und zum Verkehrschaos auf der Achenseestraße wegen der vielen „Mautflüchtlinge“ komme. Andere beschwerten sich, dass die Kasbachstraße nicht gesperrt worden sei und Urlauber auch hier für Stau sorgten.

Da widerspricht Bezirkshauptmann-Stv. Wolfgang Löderle: Denn die Sperre gilt ausgenommen „Ziel- und Quellverkehr“. Somit können auch Autolenker mit einem ausländischen Kennzeichen die Kasbachstraße befahren, wenn sie beispielsweise in einen Gastrobetrieb in Jenbach einkehren. Eine Sperre, damit nur Einheimische fahren dürfen, sei nicht möglich. Über 20 Personen waren für Sperren und Verkehrslenkung im Einsatz. Löderle ist insgesamt zufrieden: „Die Maßnahmen haben gut funktioniert. Wir konnten die Ortsgebiete entlasten.“

Die Straße ins Kellerjochskigebiet wurde komplett zugeparkt.
© Privat

Schwaz/Pillberg: Verärgerte Autolenker, verzweifelte Busfahrer und kopfschüttelnde Anrainer traf man auch am Pillberg. Denn um zum Schwazer Skigebiet Kellerjoch zu gelangen, muss über den Pillberg aufgefahren werden. Hier staute es sich am Wochenende, weil die Parkflächen der Liftanlage überfüllt waren.

Daran änderte auch der neue Verstärkerskibus nichts, der seit Kurzem fährt. Ein paar Öffinutzer beschwerten sich, dass man oben beim Skigebiet als Liftnutzer gratis parken könne, während man unten im Tal bei der Schwimmbadgarage ab vier Stunden zahlen müsse, wenn man dort auf den Bus umsteige. Zudem komme es mit dem vielen Skiequipment und vor allem mit den Rodeln im Bus immer wieder zu einem Durcheinander.

Doch wesentlich chaotischer ist es am Berg. Dort wird kreuz und quer und vor allem entlang der Straße geparkt, sobald die wenigen Parkplätze voll sind. Mehr Stellplätze könne man nicht bauen, meint Liftbetreiber Werner Kostenzer. Das sei geologisch schwierig. Der Andrang zum Skigebiet ist seit den Neuerungen samt Kinderwelt riesig. „Aber das ist hauptsächlich in dieser Woche so. Ab 7. Jänner ist nix mehr los“, sagt Kostenzer. Zudem pocht er auf die schon seit Langem geplante Talstation im Bereich Keilwies. Genauso wie die Politik.

Um des Problems auf schnelle Weise Herr zu werden, schaltet sich kommendes Wochenende die Bezirkshauptmannschaft ein. Laut BHStv. Löderle wolle man mit Bundes- und Stadtpolizei verkehrsregelnd eingreifen und, wenn oben keine Parkplätze mehr frei seien, keine Autos mehr hinauffahren lassen.

Die Busse weiter zu verstärken, könne sich der Schwazer Umweltreferent Hermann Weratschnig gut vorstellen, auch ein Fahrverbot bei den Auffahrten sei zu diskutieren. BM Hans Lintner leitete in die Wege, dass bis 7. Jänner die Hochgarage beim Schwimmbad gratis zum Umsteigen auf die Öffis genutzt werden kann. Zudem brauche es ein Halte- und Parkverbot zwischen den Gasthöfen Hubertus und Frieden. Laut Lintner kommt es dort zu „enormen Schwierigkeiten, weil die Gemeinde Pill nicht in der Lage ist, das Parkverbot durchzusetzen“. Das sieht der Piller BM Hannes Fender anders. Er ortet bei den Loas-Parkplätzen die größere Problemstelle. Das Halte- und Parkverbot sei bereits beschlossen. „Wir wollten kein generelles Verbot, sondern können es jederzeit tageweise erlassen“, sagt er und fügt hinzu: „Die Pillberger ersticken im Verkehr, der Bus könnte deutlich besser angenommen werden.“ So könne es nicht weitergehen.


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