Haselmaus bremst Parkplatz am Patscherkofel aus

Die Parkplatznot am Patscherkofel geht in die nächste Saison. Die Einnistung der Haselmaus im Erweiterungsgebiet verhinderte eine Rodung.

Ist am Patscherkofel viel Betrieb, reichen die offiziellen Parkplätze nicht aus. Die Folge sind Wildparker, wie das Bild vom Sonntag zeigt.
© BI Igls

Von Denise Daum

Igls –Strahlender Sonnenschein, Neuschnee, Weihnachtsferien. Diese Bedingungen sorgten in den vergangenen Tagen für einen Ansturm auf die Skigebiete. Der Patscherkofel war da keine Ausnahme. Am Sonntag verzeichnete der Innsbrucker Hausberg gar 2500 Eintritte. Das ist zwar gut für das Geschäft, verschärft aber die Parkplatzsituation rund um den Kofel. Eine Erweiterung ist schon seit dem Start der neuen Patscherkofelbahn im Gespräch, passiert ist bislang noch nichts. Für die Bürgerinitiative Igls ein Riesenärgernis: „Dieses Parkplatzproblem kostet die Stadt sehr viel Geld, verärgert die Besucher und zerstört die Reputation des Patscherkofels. Auf diese Art und Weise verjagt man Skigäste und natürlich im Sommer auch Wanderer“, sagt BI-Sprecher Berthold Schwan. Er fordert Geschäftsführer Adrian Egger zum Handeln auf.

„Ja, wir haben dieses Parkplatzproblem und ich wollte auch handeln“, sagt Egger unumwunden. Im Herbst lag der Bescheid für die provisorische Erweiterung westlich der Talstation in Richtung Speicherteich vor. Die dafür notwendigen Rodungen waren für November angesetzt. Allerdings machte die Haselmaus den Betreibern einen Strich durch die Rechnung. „Durch den kurzzeitigen Wintereinbruch nistete sich in diesem Gebiet die streng unter Schutz stehende Haselmaus ein. Die Rodung wurde uns untersagt“, erklärt Egger.

Damit heißt es bis zur nächsten Wintersaison 2020/21 warten, bis der provisorische neue Parkplatz geschaffen werden kann. „Wenn die Mäuse im März ihren Winterschlaf beendet haben, beginnt die Brutzeit der Vögel. Auch da dürfen wir nicht roden. Wir können also erst im Oktober 2020 beginnen“, sagt Egger. Der Endausbau erfolgt indes frühestens 2021 – hier sei man abhängig von den ÖBB, die dafür die Strommasten versetzen müssen.

Berthold Schwan lässt das alles nicht gelten und ortet eine „totale Misswirtschaft“ am Kofel. „Das Parkplatzproblem ist nicht neu und seit dem Start der neuen, sündteuren Bahn bekannt. Da hätte schon lange was passieren müssen“, ärgert sich Schwan.

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Auch wenn es an starken Tagen zu einer Parkplatznot kommt, gibt es doch auch positive Nachrichten zu vermelden: „Die Patscherkofelbetriebsgesellschaft verzeichnet in diesem Jahr einen Gewinn von 860.000 Euro. Das zeigt, wie toll die Bahn angenommen wird“, freut sich Egger.


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