Innsbrucker MÜG rückte 10.200-mal aus, Einsätze werden anspruchsvoller

Jahr für Jahr bekommt die Innsbrucker MÜG mehr Arbeit. Dass sich ein spezielles Training lohnt, zeigt eine Attacke auf zwei Mitarbeiter mit einem Fleischerbeil.

© Andreas Rottensteiner / TT

Von Denise Daum

Innsbruck –Die Akzeptanz der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG) in der Innsbrucker Bevölkerung ist groß. Das spiegelt sich in der Einsatzbilanz des Jahres 2019 wider: 12.000 Anrufe verzeichnete die MÜG. Damit gehen rund 75 Prozent der Einsätze auf direkte Anrufe von Bürgern zurück. Das war nicht immer so. „Früher bekamen wir die Einsätze großteils von der Polizei weitergeleitet“, erklärt Elmar Rizzoli, Leiter des Amts für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen. Die Hauptanliegen der Bevölkerung betreffen Verparkungen und Lärmbelästigungen.

Insgesamt rückten die 42 MÜG-Mitarbeiter im vergangenen Jahr 10.200-mal aus. Davon entfallen 3000 Einsätze auf Verkehrsangelegenheiten, 2400 betreffen Lärmbelästigungen und 1450 Kfz-Abschleppungen. Rund 2500-mal waren die MÜG-Mitarbeiter für präventive Kontrollen unterwegs, also um die Einhaltung von Park- und Spielplatzordnung sowie des Alkoholverbots zu kontrollieren. Letzteres werde großteils eingehalten, weiß Rizzoli, ebenso wie das seit 1. November geltende Rauchverbot in Lokalen. Keine aussagekräftige Bilanz lässt sich über Lärmbelästigungen vor den Lokalen ziehen. „Spannend wird es in der warmen Jahreszeit. Ich könnte mir vorstellen, dass es hier noch Schwierigkeiten geben wird“, sagt Rizzoli.

Die Anzahl der Einsätze für die MÜG steigt stetig, so auch im Jahr 2019 (plus 700 im Vergleich zu 2018). Aber nicht nur das, auch das Gefahrenpotenzial nimmt zu. So lautete der Einsatztitel rund 250-mal „Gefährdung durch freilaufende Hunde“. Drei Mitarbeiter zogen sich dabei Verletzungen zu. Eine besonders gefährliche Situation erlebten zwei Mitarbeiter im November, als sie bei einem Lärmeinsatz von einem Randalierer mit einem Fleischerbeil attackiert wurden. Die beiden MÜG-Mitarbeiter wurden dabei verletzt, konnten den Angreifer aber trotzdem entwaffnen. Die Polizei nahm ihn schließlich fest. Bei Ereignissen wie diesen zeigt sich, wie wichtig ein spezielles Einsatztraining ist. „Wir haben sechs vom Innenministerium ausgebildete Einsatztrainer“, erklärt Rizzoli.

140.000 Strafverfahren verzeichnet die MÜG pro Jahr. Rückläufig sind die Parkstrafen. „Aber nicht, weil wir weniger kontrollieren, sondern weil sich die Leute regelkonformer verhalten“, erklärt Rizzoli. Das dürfte wiederum ein Ergebnis der engmaschigen Kontrollen sein. „Die Strafe steht in keinem Verhältnis zu den Parkgebühren.“ Daran ändere auch die Erhöhung der Gebühr von 70 Cent auf 1 Euro pro halber Stunde im heurigen Jahr nichts.

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