3000 Kubikmeter Schnee kleiden den „kleineren“ Bergisel weiß

Am Montag wurde der Kunstschnee aus dem Schmirntal aufgetragen, um das Springen in Innsbruck zu gewährleisten. 14.800 Tickets waren gestern weg.

Schmirntaler Schnee für den Bergisel-Auslauf und -Aufsprung – gestern wurde emsig präpariert.
© Rudy De Moor

Von Florian Madl und Benjamin Kiechl

Innsbruck – Seit 1982/83 ist Bergisel-Chef Alfons Schranz in unterschiedlichen Funktionen Teil der Tournee-Familie. Die heurige Auflage zählt zu jenen, die ihm mehr Kopfzerbrechen bereiten als andere. „Der Warmwettereinbruch vor Weihnachten engte unser Zeitkorsett ein“, ließ der erfahrene Organisator wissen, den ein bewährtes Team von Sportvereinigung Tyrol, Innsbrucker Skiläufervereinigung, Wintersportverein Innsbruck und Turnerschaft Innsbruck unterstützt. 200 Heinzelmännchen, von denen viele gestern bis in die Nachtstunden im Einsatz waren, um die 3000 Kubikmeter Kunstschnee aus dem Schmirntal aufzutragen. Die Zeit drängt, aber sie geht Schranz und seiner Mannschaft nicht aus: „Wir schaffen das, auch wenn diesmal weniger Spielraum bleibt als sonst.“

Als Partner (in diesem Jahr) ausgefallen ist Schneelieferant Seefeld. Im Zuge der Heim-WM 2019 war ein Speicherteich am Gschwandtkopf angelegt worden, der auch den Bergisel mit Kunstschnee versorgen sollte – doch Seefeld benötigt die Kapazitäten für die eigenen Loipen.

Mit Schnee gesegnet ist die 68. Auflage der Vierschanzentournee ohnedies nicht. In Oberstdorf und Garmisch sind die Wiesen ringsheru­m aper. Das sei in der Vergangenheit schon öfter vorgekommen, erinnert sich Ex-Springer und nunmehr Cheftrainer Andreas Felder. „In Oberstdorf haben wir uns früher schon zwischen den Krokussen aufgewärmt.“

Die Veranstalter um Bergisel-Chef Alfons Schranz hatten alle Hände voll zu tun.
© Rudy De Moor

Der Bergisel wurde übrigens kleiner – was ausschließlich technische Gründe hat: Die Sprungschanze wurde kürzlich neu „homologiert“ und bei der Vermessung des Traditionsberges kam heraus, dass die Hillsize statt 130 Metern eigentlich „nur“ 128 Meter beträgt. „Ich war selbst ein bisschen überrascht“, erklärte Vierschanzentournee-Pressechef Ingo Jensen, als er das Zertifikat des Internationalen Skiverbandes (FIS) übermittelt bekam.

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Der Vorverkauf läuft blendend: Das Bergiselspringen im Rahmen der 68. Vierschanzentournee fällt auf einen Samstag, was für Einheimische ein Hauptargument darstellt. Das fehlende Flutlicht soll keine Rolle spielen. Und jene Nationen, die das Gros der Besucher stellen, sind allesamt im Aufwind: Deutschland mit Karl Geiger (Zweiter in Oberstdorf), Österreich mit Stefan Kraft (4.) und Polen mit Dawid Kubacki (3.). Bis gestern registrierte OK-Chef Alfons Schranz 14.800 verkaufte Tickets – es könnte ein volles Haus geben. Zwar werde bis 9 Uhr morgens Schnee (1 cm) vorhergesagt, aber dann sollte sich Wetterberuhigung einstellen.

Bergiselspringen- Tickets und Infos zur Anreise

Tickets: Die Sektoren A/B/C sind bereits ausverkauft. Infos erhalten Sie unter www.bergiselspringen.at oder unter www.oesv.at (u. a. auch zu VIP-Karten).

Anfahrt mit Öffis: Das Bergisel-Ticket gilt am Wettkampftag sowohl in den Nahverkehrszügen der ÖBB (ausgenommen IC, EC & Railjet) sowie in der IVB-Kernzone als kostenloses Fahrtticket. Vom Hauptbahnhof fährt ein Shuttlebus (Bussteig A) unter das Bergiselstadion.

Auto/Parkmöglichkeiten: Park & Ride (Olympia-Eisstadion, Hafen) empfohlen. Am Bewerbstag kann auf der Brennerbundesstraße einseitig geparkt werden (Zufahrt auf der Brennerbundesstraße am Samstag in Richtung Innsbruck ab 9 Uhr gesperrt).


Kommentieren


Schlagworte