Skeleton und Gewichtheben: Steiner träumt zwei olympische Träume

Zuerst die Gewichtheber-EM, dann mit dem Skeleton bei den YOG (9.1.–22.1.): Victoria Steiner (16) hat Großes vor.

Zwei Sportarten, eine Frau: Im Skeleton startet Steiner bei den YOG.
© Steiner

Von Roman Stelzl

Rum –An einem Tag mit 120 km/h Kopf voraus den Eiskanal runterrasen und am nächsten die Langhantel mit bis zu 98 Kilogramm in die Höhe stemmen – es sind zwei Welten, zwischen denen Victoria Steiner scheinbar spielerisch leicht hin- und herspringt. Und das seit nunmehr acht Jahren. „Ich habe etwa zeitgleich mit Skeleton und Gewichtheben angefangen“, sagt die 16-jährige Thaurerin, die heuer im Skeleton ihre Premiere bei den Olympischen Jugendspielen (YOG) in Lausanne (SUI/9. bis 22.1.) gibt. Und schon vor der Frage nach den Präferenzen ergänzt sie vorausschauend: „Momentan sind beide Sportarten gleichgestellt.“

Und es sind auch beide mit Erfolgen verbunden: Im Vorjahr schnappte sich die KSV-Rum-Athletin überraschend den U15-Europameistertitel im Gewichtheben, heuer gab es bei der U17-Premiere in Eilat (ISR) den sechsten Rang mit gleich neun österreichischen Rekorden. Nur zwei Wochen danach nahm Steiner im Eiskanal von Innsbruck-Igls den Skeleton zur Hand und raste beim Großen Preis von Innsbruck zu Silber – geschlagen um nur 2,33 Sekunden von Europa­meisterin Janine Flock. Beeindruckend daran: Steiner hatte in Lauf zwei sogar eine bessere Startzeit als die 30-jährige Weltklasse-Fahrerin.

Im Gewichtheben holte sich Victoria Steiner 2018 den U15-EM-Titel.
© KSV Rum

Genau diese Sprintstärke zu Rennbeginn soll auf das Gewichtheben zurückgehen. „Das Krafttraining bringt mir viel beim Start. Auch sonst lassen sich die beiden Sportarten leicht verbinden – zumal es ja Sommer- und Wintersport ist“, ergänzt die Sport-BORG-Schülerin. Und mehr noch: Beide Disziplinen sind olympisch, was bei der ehrgeizigen Einzelsportlerin („Ich bin gerne auf mich gestellt und ziehe mein eigenes Ding durch“) große Begehrlichkeiten weckt.

„Ich träume davon, bei den Olympischen Sommerspielen und Winterspielen dabei zu sein. Das wäre auf jeden Fall das Ziel“, ergänzt die Hobby-Harfenistin, die drei Brüder hat und als Achtjährige mit dem Skeleton begann, weil sie zu jung war fürs Bobfahren.

Einen ersten Grundstein dafür kann Steiner bei den YOG in der Schweiz legen, wo „eine Medaille“ das Ziel ist. Am Wochenende beginnt die Reise nach Lausanne – und es soll eine neue Station auf dem Weg nach ganz oben sein.


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