Landespolizeidirektor Helmut Tomac vor Karrieresprung

Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac wird neuer Generalsekretär im österreichischen Innenministerium. Er folgt damit Peter Goldgruber nach.

Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac.
© Polizei

Innsbruck — Freitag machten bereits erste Gerüchte die Runde, Falter-Chefredakteur Florian Klenk twitterte über den Flurfunk im Wiener Innenministerium. Bereits mehrmals wurde Landespolizeidirektor Helmut Tomac (55) für höhere Weihen im Innenministerium gehandelt, doch in den vergangenen zwei Jahren kühlte das Verhältnis zwischen Innsbruck und Wien doch merklich ab. Der Grund: der ehemalige FPÖ-Innenminister Herbert Kickl. Tomac passte als ÖVPler nicht ins Bild des Freiheitlichen, im Nationalratswahlkampf attackierte Kickl den Landespolizeidirektor dann frontal. Er bezeichnete Tomac als Riesenproblem für die Sicherheit.

Mit dem neuen Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) wird sich aber auch im Innenministerium einiges ändern. In den vergangenen Tagen wurde deshalb bereits darüber spekuliert, wer neuer Generalsekretär werden könnte. Kickls engster Vertrauer, Peter Goldgruber, wurde Ende Mai aus dieser Funktion entlassen. Nehammer plant einen Neustart, aber offenbar mit externer Expertise und dem Blick von außen.

Referent in Platters Kabinett von 2007 bis 2008

Tomac ist ein enger Vertrauter von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und in Sicherheitsfragen einer seiner wichtigsten Berater. Tomac gilt als unaufgeregt, aber konsequent. Während der Flüchtlingskrise und der Zunahme von unerlaubten Grenzübertritten am Brenner koordinierte er in der Folge die Kontrollmaßnahmen mit Italien im Grenzbereich.

Und das Innenministerium ist dem Landespolizeidirektor keineswegs fremd: Fast zeitgleich mit Platter wechselte er von dort zurück nach Tirol. Platter war von 2007 bis Juli 2008 Innenminister, Tomac Referent in dessen Kabinett. Danach wurde er zum Landespolizeikommandanten von Tirol ernannt, 2012 zum Landespolizeidirektor.

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Spekulationen über Nachfolge

Seit Samstag ist es jedenfalls fix: Helmut Tomac wird nächste Woche als neuer Generalsekretär im Innenministerium präsentiert, er ist damit direkter Ansprechpartner des neuen Innenministers Karl Nehammer und somit die Nummer zwei im Ministerium. Schließlich ist der General­sekretär weisungsbefugt gegenüber allen beamteten Sektionschefs. Eine Sprecherin des designierten Innenministers, der nach der Angelobung am Dienstag sein Amt antreten wird, bestätigt die Bestellung von Tomac.

Tomac dürfte seine Funktion wohl sofort antreten, damit beginnen natürlich in Tirol die Nachfolgespekulationen. Möglicherweise lässt sich Tomac vorerst karenzieren, dann könnte einer seiner beiden Stellvertreter, Engelbert Kohler bzw. Johannes Strobl, die Polizeidirektion interimistisch leiten. Oder es folgt eine längerfristige Interimslösung mit einem neuen Namen an der Spitze der Polizei. (pn)

Zur Person

Helmut Tomac wurde am 14. April 1965 in Innsbruck geboren.

Er absolvierte die HTL in Jenbach, Fachrichtung Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik. Von 1986 bis 1988 arbeitete er als Techniker und begann nebenher das Studium der Rechtswissenschaften, das er 2003 mit der Sponsion zum Magister abschloss.

Von 1988 bis 1990 absolvierte Tomac die Ausbildung zum Exekutivbeamten. Er war als Gendarm den Posten Kematen und Jenbach zugeteilt. 1993 begann er mit der Ausbildung zum leitenden Beamten an der Sicherheitsakademie in Mödling, die er 1994 abschloss.

Danach wurde er zum Landesgendarmeriekommando Niederösterreich versetzt, wo er als Referatsleiter in der Schulungsabteilung tätig war. Mit Mai 1995 kehrte er in seine Heimat Tirol zurück, wo er im dortigen Landesgendarmeriekommando vom Referatsleiter über den stellvertretenden Abteilungsleiter und danach zum Abteilungsleiter aufstieg. Er war Teilnehmer am 11. Führungskräftelehrgang des Bundesministeriums für Inneres. Im Februar wechselte Tomac erneut nach Wien, wo er als Referent im Kabinett von Innenminister Günther Platter und danach Maria Fekter tätig war.

Im November 2008 kehrte Tomac nach Tirol zurück, wo er Nachfolger des ins Burgenland wechselnden Oskar Gallop als Landespolizeikommandant wurde. Mit der Sicherheitsbehördenreform 2012 wurde Tomac zum ersten Landespolizeidirektor Tirols bestellt.


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