„Hoffnungstropfen“ höhlen den Stein: Buch ehrt Tiroler Ehrenamt

In einer Art Sozialchronik seit 1945 zeigen die Autoren Josef Nussbaumer und Stefan Neuner die Vielfalt ehrenamtlicher Aktivitäten in Tirol auf. Sie wollen bewusst machen, wie viel Positives hierzulande passiert.

Ohne Freiwilligenarbeit würde die Tiroler Gesellschaft nicht funktionieren, sind sich Stefan Neuner (l.) und Josef Nussbaumer einig.
© Gstir

Von Viktoria Gstir

Innsbruck –Schon seit jeher setzen sich viele Tiroler für jene Menschen ein, die Hilfe brauchen. Das Buch „Hoffnungstropfen Tirol“ (Studia Verlag) ist genau diesen engagierten Freiwilligen gewidmet. Die beiden Autoren Stefan Neuner und Josef Nussbaumer haben ihr neuestes Werk nämlich der Vielfalt an ehrenamtlichen Aktivitäten in Tirol gewidmet – und zwar in Form einer Übersicht seit 1945.

„Es ist eine Art Sozial­chronik Tirols“, erklärt Josef Nussbaumer. Sie versammelt über 700 Beispiele von Freiwilligenarbeit, die Tirol prägen. Die Palette umfasst so bekannte Organisationen wie die Caritas (gegründet 1945), die SOS-Kinderdörfer (eine in Tirol geborene humanitäre Idee, die im Vorjahr bekanntlich ihr 70-Jahr-Jubiläum feierte) oder den Mitte der 80er-Jahre entstandenen Verein für Obdachlose. Zugleich sollen in Beiträgen und Kurzchroniken aber auch ehrenamtliche Initiativen vor den Vorhang geholt werden, die bis jetzt nur wenigen geläufig sind. All diese sehen die Autoren als „Hoffnungstropfen“ für ein zukunftsfähiges Tirol an.

Das Buch sei „nichts anderes als ein Versuch, die Leute wachzurütteln, zu zeigen, wie viele Menschen ohne Gage daran arbeiten, dass die Gesellschaft, so wie wir sie kennen, auch funktioniert“, sagt Stefan Neuner. „Ohne Freiwilligenarbeit würde die Tiroler Gesellschaft in kürzester Zeit zusammenbrechen“, ist sich Nussbaumer sicher. In der heutigen Zeit sei es wichtiger denn je, dass man all den schrecklichen und deprimierenden Dingen, die jeden Tag geschehen, etwas Positives entgegenstelle, erklärt Neuner. Menschen sollen dadurch motiviert werden, Gutes zu tun. Ein besonderes Anliegen der Autoren ist es, deutlich zu machen, dass jeder Einzelne auch mit kleinen Beiträgen viel bewirken könne.

Die Chronik lehnt sich als regionale Variante an das bereits 2017 erschienene Buch „Hoffnungstropfen“ an, in dem viele positive Aktivitäten dargestellt werden, die auf globaler Ebene in der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart gesetzt wurden.

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Nussbaumer und Neuner engagieren sich auch selbst stark für soziale Zwecke. Schon im Jahr 2009 entschlossen sich die Autoren dazu, den Reinerlös aus dem Verkauf des erfolgreichen Buchs „Unser kleines Dorf“ – geschrieben gemeinsam mit Andreas Exenberger –, einen Teil der Vortragshonorare sowie Geldgeschenke karitativen Einrichtungen zu spenden, die sich weltweit um die Ärmsten kümmern. Insgesamt sind bis heute mit Unterstützung Tausender Leser bereits über 181.000 Euro an Spenden zusammengekommen.

2015 wurden die Aktivitäten im Verein „teamGlobo“ gebündelt. Dessen Ziel ist die „Förderung der Bewusstseinsbildung, der Bildungsarbeit und der Forschung im Hinblick auf globale Ungerechtigkeiten“ und die finanzielle Unterstützung von Initiativen und Personen, die sich gegen diese Ungerechtigkeiten einsetzen. Dem Verein gehören neben Neuner, Nussbaumer und Exenberger weitere engagierte Tiroler wie Markus Mayr und Christine Rainer an. Letztere ist als Pädagogin für den Bereich „GloboSchule“, also Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, verantwortlich. Der Verein arbeitet auch regelmäßig mit der Initiative Junge Uni Innsbruck zusammen.

Eine Übersicht über die Aktivitäten von „teamGlobo“ sowie eine Auflistung, an wen die Spenden gehen, findet man unter www.teamglobo.net. An den Verein kann auch direkt gespendet werden – unter IBAN: AT52 4239 0000 0125 5630.


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