SPÖ und FPÖ orten Anschlag auf die Hackler

Das Vorhaben der Regierung, die erst im Herbst wieder eingeführte Hacklerregelung abzuändern, stößt den Blauen und Roten sauer auf.

Arbeiter können wieder nach 45 Beitragsjahren mit 62 Jahren abschlagsfrei in Pension gehen. Die neue Regierung will dies ändern.
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Wien –SPÖ und FPÖ haben am Mittwoch mit scharfer Kritik auf die Ankündigung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) reagiert, die erst kürzlich beschlossene Rückkehr zur Hacklerregelung in dieser Form wieder abzuändern. Beide Parteien erkennen einen „Anschlag“ auf die Arbeitnehmer.

Wie berichtet, hatte Kurz im ORF-Doppelinterview mit Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) angekündigt, die erst im September mit rot-blauer Parlamentsmehrheit wiedereingeführte Hackler­regelung so nicht zu belassen. Auch Kogler kann sich eine Abänderung vorstellen. Beim Presse­foyer nach dem Ministerrat meinte der Grünen-Chef, dass Frauen von dem gegenwärtigen Modus nichts hätten: „Eine Regelung nur für Männer, da sträubt sich was in mir.“

„Dass die abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren das Erste ist, das von Kurz und Kogler abgeschafft werden soll, ist ein schwerer Anschlag und eine schwer­e Verunsicherung aller ArbeitnehmerInnen im Land“, befand SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch. „Statt das Pensionssystem für alle zu verbessern und abzusichern, werden Verschlechterungen für die ‚Hackler‘ vorgenommen“, beklagte auch der rote Chefgewerkschafter Rainer Wimmer.

Die FPÖ ortet eine „unfair­e und unsoziale Aktion von ÖVP und Grünen gegenüber den fleißigen Österreicherinnen und Österreichern“, sagt­e FPÖ-Chef Norbert Hofer. FPÖ-Klubchef Herbert Kickl bezeichnete die mögliche Abschaffung als „Anschlag auf die Arbeitnehmer“.

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Die NEOS hingegen begrüßen das geplante Aus für die Hacklerregelung. (misp)


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