Tiroler Ex-Nationalrat Dominik Schrott dockt im Innenministerium an

Der ehemalige Oberländer ÖVP-Nationalratsabgeordnete und die einstige Landesgeschäftsführerin der Jungen Tiroler Volkspartei Susanne Vrhovac arbeiten seit Dienstag gemeinsam im Innenministerium.

Susanne Vrhovac und Dominik Schrott.
© JVP Tirol

Innsbruck – Der ehemalige Oberländer ÖVP-Nationalratsabgeordnete Dominik Schrott, der im August 2018 wegen eines Fake-Gewinnspiels im Zusammenhang mit seinem Vorzugsstimmenwahlkampf für die Nationalratswahl 2017 zurücktreten musste, arbeitet seit Dienstag im Innenministerium. Das teilte er selbst mit.

Im Zusammenhang mit der Erstellung einer Wander-App und die an den von ihm gegründeten Verein „Tiroler Kinderwelt“ geflossenen Förderungen des Landes Tirols, die er jedoch zurückgezahlt hatte, hat auch die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt. Die Ermittlungen wurden jedoch eingestellt. Jetzt holte ihn der neue Innenminister und vormalige ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer in sein Kabinett.

Mit Schrott arbeitet auch die ehemalige Landesgeschäftsführerin der Jungen Volkspartei Susanne Vrhovac im Innenministerium. Schrott trat 2018 auch als Tiroler JVP-Chef zurück.

FPÖ und NEOS geißeln „Postenschacher“

Mit heftiger Kritik reagierten Tiroler FPÖ und NEOS auf den Wechsel. Beide Parteien orteten einen ÖVP-“Postenschacher“. Die Freiheitlichen sprachen von einem „Skandal“, die Pinken zeigten sich „schockiert“.

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„Vettern- und Freunderlwirtschaft innerhalb der Tiroler ÖVP an allen Ecken und Enden“ sah FPÖ-Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter in einer Aussendung. Der Schrott-Wechsel und die Bestellung von Helmut Tomac zum Generalsekretär im Innenministerium würden zeigen, dass sich „das Chamäleon ÖVP von türkis wieder in dunkelschwarz“ verwandelt hat.

„Die einzige Qualifikation, die Dominik Schrott für seinen neuen Job im Innenministerium mitbringt, ist das türkise Parteibuch und dass er im August 2018 auf sein Nationalratsmandat verzichtet hat“, erklärte indes NEOS-Landessprecher Dominik Oberhofer. Interessant werde sein, ob der Posten ausgeschrieben worden sei und wie das Bewerbungsverfahren dazu abgelaufen ist. „Das werden wir NEOS selbstverständlich mit einer parlamentarischen Anfrage im Nationalrat hinterfragen“, kündigte Oberhofer an. (TT.com/APA)


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