Skitouren-Boom: Warnung vor Chaos auf Tirols Bergen

In Deutschland hat sich die Zahl der Skitourengeher in den letzten 15 Jahren verdreifacht. Auch in Österreich hält der Trend an. Der Ansturm auf die Berge bringt Konfliktpotenzial, echte Lösungsansätze sind rar.

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Peter Witting • 13.01.2020 16:52
Tirol wird bald das Schicksal von Venedig teilen. Die Touristiker bekommen trotzdem den Hals nicht voll genug: Noch mehr und noch größere Skigebiete, noch mehr Touristen, noch mehr Verkehr und der Profit davon bleibt bei einigen wenigen!
Klaus Feyersinger • 13.01.2020 16:50
Den Pistengehern für die Benutzung des Skigebiets einfach ordentlich zur Kasse bitten dann wird auch wieder weniger....der Tagesschifahrer bezahlt ja auch gut und gerne 50 Euro für die Benutzung der Liftanlagen
Agnes Pucher • 13.01.2020 21:37
Sie schreiben selber der Tagesschifahrer zahlt ja für die Benutzung der Liftanlagen - als Tourengeher brauch ich die Lifte aber nicht. Und dass ehemalige Tourengebiete durch Liften erschlossen wurde wird auch vergessen. Ich selber bevorzuge freies Gelände da habe ich nur ein Risiko -Lawinen.Beim Gehen auf der Piste fürchte ich mich mehr vor den außer Kontrolle geratenen Pistenrowdys (wurde selber einmal am Rand abfahrend abgeschossen)
Klaus Feyersinger • 14.01.2020 06:59
Zu den Liftanlagen zählen die Pisten natürlich dazu und deren Präparierung und Beschneiung erzeugt täglich enorme kosten an denen sich Pistentourengeher nicht beteiligen und kostenfrei benützen.
Kathrin Bosse • 13.01.2020 09:45
Kathrin Bosse • vor 0 Minuten Viele (persönliche)Fragen - wenig Antworten. Aber wo sind die Fragen, Überlegungen, konstruktive Vorschläge, die evtl helfen die Situationen zu entschärfen? Aufklärung, ganz großes Schlagwort, für mich eine leere Hülse. Was sie nämlich bis jetzt gebracht? Da müssen sich einige Leute an den Tisch setzen und realitätsnah die Situation betrachten, nicht einseitig aus der Betreibersicht, Wirtschaftssicht, sondern auch die Perspektive der Skitourengehen und sonstiger Individuen, die die Piste benutzen. Warum muß man ab 17:00 Uhr die Piste benutzen? Antwort/Überlegung: Weil dort die normalen Skifahrer, von denen nicht mal die Hälfte die 50 Km/H beherrschen, die sie fahren und mittlerweile eine Gefahr darstellen, NICHT mehr auf der Piste sind. Weil ein großer Teil auch Freitags bis Nachmittags/Abends arbeiten muß? Gegenfrage: Warum hat denn die Roßkogelhütte so spät noch auf? Für wen? Wer macht Gewinn/Profit/Umsatz? Mit wem sind diese Öffnungszeiten abgesprochen? Es macht ja keinen Sinn, bis 23:00 die Hütte für Skitourengehen zu öffnen und sich dann aufregen, wenn sie ab 23:00 die bereits, sinnlos präparierte Piste abfahren. Gestern wie oft, selbst in der Lizum unterwegs. Was beobachte ich, stelle fest, kritisiere ich? Es gibt zwar nette Hinweistaferln "an der Seite bleiben", aber meiner Meinung/Feststellung nach sollte zumindest eine Raupenbreite für die Tourengehen abgesteckt sein, zumindest an den steilen Passagen und Kurven. Warum/Sinn? Kein Skifahrer hält sich im Gegenzug daran die Seite/Aufstiegsspur für die Tourengehen nicht zu befahren. Was passiert nämlich? die Aufstiegsspur wird durch den feinen Schnee der Schifahrer sehr glatt und rutschig, viele können dieser Spur nicht mehr folgen und müssen weiter in die Piste ausweichen. Der Egoismus und die Gier sind überall zu finden: Parkgebühren, ausgesperrte Skitourengeher, Skifahrer ohne Hirn, Skitourengeher ohne Hirn, Resistente Liftbetreiber und Gemeinden.
Wolfgang Meister • 13.01.2020 09:14
Ich finde diese Entwicklung leider sehr traurig, war man noch vor 15 Jahren noch fast alleine im Gelände unterwegs, so tummeln sich an manchen Tagen oft mehr Geländegeher als wie Pistengeher auf Tirols Bergen. Vor 30 Jahren wurde man als Tourengeher noch als Spinner angesehen, kann mich da noch sehr gut erinnern. Nun ist Tourengehen sehr elitär geworden (siehe High Tech Ausrüstungen), wird größtenteils von der oberen Mittelschicht wahrgenommen. Da braucht man sich nur die Fahrzeuge in den hintersten/entlegensten Tälern anschauen, SUV's ohne Ende. Wie es ausgeartet ist sieht man am Beispiel Modeskitourengebiet Lüsens/Praxmar, Tausende Autos, runtergeparkt bis zur Weggabelung Lüsens/Praxmar, es ist einfach Zuviel geworden, die Kapazitäten sind mehr als wie ausgeschöpft.
Wolfgang Meister • 13.01.2020 09:16
Lösung? Fehlanzeige, man keinen Menschen verbieten irgendwo hinzufahren, der Neue Tourengeher hat das gleiche Recht wie der Alteingesessene. So wird der derzeitige Wahnsinn kein Ende nehmen, vielleicht flaut die Euphorie mal ein bisschen ab…
Wolfgang Meister • 13.01.2020 09:16
Da ist auch die TT gefragt, keine Tourentipps mehr, zumindest keine "Geheimtipps"...
Henrik Kobbero-Hansen • 13.01.2020 09:31
He he... cool beschrieben! Aber deine Rahmenbindung hast du schon ausgetauscht oder? Du musst dich vorstellen: ich habe auch eine Tour gemacht dieses Wochenende. Mit Gipfel und eine kleine Gratkletterei. Und ich habe gar keine Selfies gemacht!!!
Kathrin Bosse • 13.01.2020 09:43
Gegenbeobachtung Axamer Lizum: Wie steht es mit der Sicherheitswahrnehmung der Liftbetreiber? Vorletzten Samstag inder Lizum: alle drei Parkplätze quetschvoll, die Autos stehen bis ca 2 KM vorder Lizum entlang der Straße, zusätzlich fährt alle halbe Stunde der Skibus von IBK und Mutters, ebenfalls proppenvoll, in die Lizum. Das Skigebiet massiv überlastet. Schifahrer, die ihre Geschwindigkeit kaum abschätzen geschweige denn auch wirklich beherrschen können. Einen Tag (Sonntag) später ist die Situation ähnlich dramatishc. Doch diemal stehen die Autos vom PP Birgitzer Alm ca 1,5 KM Richtung Lizum: d.h. Tourengeher, Rodler Richtung Birgitzer bis zum Abwinken, aufgrund von Schneemangel auch extrem gefährlich schon wegen der gemeinsamen Aufstiegs und Abfahrtsspur. Was tut man da? Auch von den Betreibern wird mittlerweile viel zu viel toleriert. Ja, dann gehört ein Skigebiet eben wegen Überlastung gesperrt. Aber das Geld, der Umsatz, man kann doch die Leute nicht vergraulen. Und die Torengeher, ja konsumieren die denn nichts im prämierten Panoramarestaurant am Hoadl? Und was die SUV´s mit dem Sportleraufkommen und deren Verhalten zu tun haben weiß ich nicht.
Heinz Lechner • 13.01.2020 08:28
Wenn man die Werbestrategie der Tourismusverbände ansieht, so sind in den Aussendungen und TV Werbungen vornehmlich Variantefahrer zu sehen und kein Pistenschilauf. Also liegt die Verantwortung zu diesem Viasko wohl eher bei uns selbst
Henrik Kobbero-Hansen • 13.01.2020 09:24
Das sehe ich auch so. Wobei ich würde sie eher als Freerider bezeichnen. Also mit dem Lift hoch und ab ins Gelände. Und das ist eben der Punkt: Mit den Lift hoch. Also ist diese Aussage von Herrn Neuner ein bisschen widersprüchlich.

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