Prozessbegleitung für Dorfbahn zum Hochzeiger ist eingerichtet

Das Land Tirol fördert die Vorarbeiten für den Hochzeiger-Zubringer mit 75 Prozent. Das Projekt soll Abhilfe beim Verkehrsproblem schaffen.

© Gemeinde Jerzens

Von Alexander Paschinger

Jerzens –„Ein Hauptthema in unserer Gemeinde ist und bleibt das Verkehrskonzept bzw. die Zubringersituation zum Hochzeiger Skigebiet“, betont der Jerzner Bürgermeister Karl Raich in seiner Grußbotschaft an seine Mitbürger im jüngsten Gemeindeblatt. Und tatsächlich kann Raich etwas Neues zur „Dorfbahn“, dem geplanten Zubringer vom Talboden zur Hochzeiger Talstation mit Zwischeneinstieg im Dorf, berichten: Mit „Snohetta“ wurde inzwischen ein Planungsbüro engagiert. Die Kosten von 90.000 Euro für die Studie werden zu 75 Prozent vom Land Tirol finanziert. „Weil unser Projekt beispielgebend für ganz Tirol sein kann“, betont Raich.

Die Situation für den Hochzeiger ist bekannt. Von der Pitztaler Landesstraße zweigt die Straße hinauf nach Jerzens ab, dann geht es weiter durch das Dorf und schließlich auf enger, kurvenreicher Fahrt hinauf zur Talstation in der Liss. „Am stärksten Tag zu Weihnachten hatten wir 5500 Personen im Skigebiet“, erklärt der Geschäftsführer der Hochzeiger Bergbahnen, Thomas Fleischhacker. Raich beschreibt übervolle Parkplätze, Autos auf den Gehsteigen Richtung Dorf.

„Es ist wichtig und gut, dass nun auf professionelle Weise das Mobilitätsproblem angegangen und den möglichen Lösungen eine Struktur gegeben wird“, betont Fleischhacker. Und vor allem, dass auch die anderen Pitztaler Gemeinden in dieses Konzept einbezogen werden.

Dorfchef Raich hebt seinerseits die Verkehrsentlastung und die CO2-Reduktion hervor, die zur tirolweiten Bedeutung des Projektes beitragen. Die Besuche im Innsbrucker Landhaus waren erfolgreich, ein gut besuchter Workshop hat in Jerzens bereits stattgefunden. Kommende Woche trifft sich wieder ein Kreis der Verantwortlichen und im Frühjahr wird die Bevölkerung in einer Veranstaltung noch einmal einbezogen.

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„Wir brauchen jetzt eine breite Akzeptanz“, gibt der Bürgermeister vor. Die angedachte Trasse mit einem Zwischeneinstieg im Bereich des Schlachthauses ist seit einem Jahr bekannt. „Es fehlen noch die Zustimmungen von zwei Grundbesitzern“, hofft Raich allerdings, dass er diese noch für das „tirolweite Vorzeigeprojekt“ gewinnen kann. „Einen Plan B in Sachen Trasse gibt es nicht“, stellt Raich aber dezidiert fest. Neben diesen Verhandlungen sollte heuer auch noch die Finanzierung des Vorhabens über die Bühne gehen. Viel weiter reichen aber die Realisierungspläne in Jerzens – zumindest offiziell – noch nicht. Auch beim Finanzierungsvolumen hält man sich noch zurück.

Hoffen auf Koordinator

Wie berichtet, bemüht sich das Regionalmanagement Imst, den Posten eines Mobilitätskoordinators für den Bezirk (mit Ausnahme des Ötztales, das bereits einen installiert hat) einzurichten. Die Pitztaler Gemeinden Arzl, Wenns, Jerzens und St. Leonhard waren alle dafür, doch wichtige Gemeinden wie Imst, Tarrenz, Nassereith oder auch Silz sagten grundsätzlich Nein. „Ein Koordinator für das Pitztal allein wäre zu teuer", meint Planungsverbandsobmann Karl Raich (Jerzens). Sein Arzler Bürgermeisterkollege Josef Knabl ist aber zuversichtlich, dass das Regionalmanagement noch eine Lösung finden wird. (pascal)


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